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Corona-Sonderförderung für Projekte in nichtstaatlichen Museen

Im Rahmen des Impulsprogramms „Kunst trotz Distanz“ fördert das Land über 60 Projekte in nichtstaatlichen Museen. Damit soll die Bildungs- und Vermittlungsarbeit privater und kommunaler Museen gestärkt werden.

62 Museen des Landes erhalten eine Sonderförderung des Kunstministeriums, um ihre Vermittlungs- und Bildungsarbeit zu stärken. Dies gab dem Kunststaatssekretär Petra Olschowski bekannt. Die Förderung mit insgesamt rund 470.000 Euro erfolgt im Rahmen des Impulsprogramms „Kunst trotz Distanz“. „Wir wollen, dass die nichtstaatlichen Museen des Landes nach den Corona-bedingten Einbrüchen ihre Vermittlungs- und Bildungsarbeit mit Hochdruck wieder aufnehmen können“, sagte die Staatssekretärin für Kunst. Das Programm ist auf Anregung von Landesamt für Museumsbetreuung entwickelten. Diese hat auch die Abwicklung des Förderprogramms übernommen.

„Trotz des vorübergehenden Stillstands für die Öffentlichkeit haben die Museen mit vielen innovativen und attraktiven Konzepten gezeigt, dass sie Kommunikations- und Bildungsarbeit als Kernaufgabe verstehen“, betonte der Staatssekretär. Mit dieser projektbezogenen Programmlinie unterstützt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Wiederaufnahme der Vermittlungs- und Bildungsarbeit in den nichtstaatlichen Museen und unterstreicht gleichzeitig die Wertschätzung ihrer Arbeit in den Regionen. „Privat- und Stadtmuseen leisten einen wertvollen Beitrag zur Kulturelle Bildung. Daher ist es unabdingbar, dass ihre Leistungsfähigkeit erhalten bleibt“, betonte Petra Olschowski.

Kulturpädagogen sind an der Konzeption beteiligt

Bei vielen der geförderten Projekte sind auch freiberufliche Kulturvermittler an der Konzeption beteiligt. „Damit profitieren nicht nur die Museen von der finanziellen Unterstützung des Landes, sondern auch unabhängige Kulturschaffende, die von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen sind“, sagt Olschowski.

Die Fachjury, bestehend aus Mitgliedern des Landesamtes für Museumspflege und des Kompetenzzentrums für Kulturelle Bildung und Vermittlung, lobte die Vielfalt und Multiperspektivität der eingereichten Projekte, die als Dauer- und Sonderausstellungen in den Museen realisiert werden, die sich die Sammlungen der Museen im öffentlichen Raum oder auf Grundlage des Bildungsplans wirken sich auch auf die Schulen aus. Themen wie ökologische Nachhaltigkeit, kulturelle Teilhabe, kulturelle Vielfalt, Kolonialismus und Partizipation werden aufgegriffen.

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„Die Projekte zeigen, dass sich die Museen mit aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft auseinandersetzen, insbesondere mit Fragen, die die jüngere Generation betreffen“, sagte die Staatssekretärin. Auch die bewilligten Projekte richten sich an Kinder und Jugendliche – und tragen zu einem abwechslungsreichen und publikumsorientierten Programm für Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg bei.

ausgewählte Projekte

  • Dass Literaturmuseum am Oberrhein Karlsruhe plant einen Workshop, in dem zwei wesentliche Ausdrucksformen jugendlicher Subkultur aufgegriffen und aufeinander bezogen werden: Poetry Slam und Graffiti. Schülerinnen und Schüler sollen gemeinsam mit dem Poetry-Slammer Philipp Herold und zwei erfahrenen Künstlern aus der Graffiti-Szene ein literarisch-künstlerisches Projekt realisieren. Die verschiedenen Genres von Literatur und Graffiti werden zu einer „Fassadenpoesie“ verschmolzen. Die Umsetzung findet im Museum statt und wird dort als Sonderausstellung öffentlich gemacht.
  • Dass Stadtmuseum Nürtingen möchte ein Vermittlungsprogramm für junge Menschen ab 14 Jahren starten, die kurz vor dem Berufseinstieg stehen. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein für ein kostenloses Kinderheim und der Stadtjugendverein In dem niedrigschwelligen Programm, basierend auf dem Handwerk, wird im Stadtmuseum die Entwicklung der heutigen Industriegesellschaft mit Massenproduktion und modernem Konsumverhalten beleuchtet. Ziel ist es, jungen Menschen deutlich zu machen, dass – auch beruflich – Ausprobieren und Scheitern sowie Erfolg zum lebenslangen Lernen gehören und so ihre Kreativität sowie ihre Widerstandsfähigkeit in einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft zu stärken.
  • Dass Oberschwäbisches Museum Biberach nimmt mit seiner naturkundlichen Abteilung die Klimawandel im Hinblick auf. Über Schulpatenschaften werden Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren angesprochen. Basierend auf den Zielen der „Fridays for Future“-Bewegung Von der Entwicklung der Erde und der Entstehung der süddeutschen Landschaft wird ein Bogen zu den zentralen Fragen unserer Zeit gezogen. Begleitende Exkursionen zum Thema Klimawandel führen in Kooperation mit dem Städtischen Forstamt in den heimischen Wald. Gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt diskutiert sie die Bedeutung des Wassers und die Gefahren Flut. Professionelle Touren greifen das Insektensterben in der Region auf.
  • Unter dem Thema „Kolonialismus heute? – Globales Lernen im Augustinermuseum „start the Freiburger Stadtmuseen ein bildungsplanorientiertes und interdisziplinäres Projekt für Schülerinnen und Schüler zu den zentralen Herausforderungen einer globalisierten Welt. Dabei werden wichtige Fragen gestellt: Welche (neo-)kolonialen Strukturen prägen das Leben in Freiburg sowie unsere globalen sozialen, politischen, ökologischen und ökonomischen Netzwerke? Welche Rolle spielt Rassismus – bewusst oder unbewusst – in Form von Sprache, Verhaltensweisen und Denkmustern und wie prägt er unser Weltbild?
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Liste aller geförderten Projekte (PDF)

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Inspiriert von Landesregierung BW

Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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