Deutschland

Expertenpanel: Deutschland riskiert, die Klimaziele für 2030 zu verfehlen

BERLIN (AP) – Deutschland läuft Gefahr, seine Klimaziele für 2030 zu verfehlen, trotz der Pläne, erneuerbare Energien stark auszubauen, warnte ein von der Regierung eingesetztes Expertengremium am Freitag.

Europas größte Volkswirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber dem Stand von 1990 um mindestens 65 % zu reduzieren.

Das fünfköpfige Gremium sagte, Deutschland müsse seine Emissionen doppelt so schnell reduzieren wie im Jahresdurchschnitt der letzten zehn Jahre. In einigen Sektoren wie Industrie und Transportwesen müssten die Kürzungen zehnmal höher oder höher sein, sagten die Experten.

Der Vorsitzende des Gremiums, Hans-Martin Henning, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, sagte, dass die Bemühungen Deutschlands zur Verbesserung der Energieeffizienz durch den höheren Verbrauch, beispielsweise durch größere Wohnungen und zunehmende Mobilität, zunichte gemacht würden.

Die Ergebnisse des Gremiums sind ein Schlag für Deutschlands grüne Referenzen vor den diesjährigen UN-Klimagesprächen in Ägypten, die nächste Woche beginnen.

Angesichts einer Energiekrise infolge des Krieges Russlands gegen die Ukraine kündigte die Bundesregierung Pläne an, alte Öl- und Kohlekraftwerke zu reaktivieren, mehr verflüssigtes Erdgas zu importieren und mehr Kohle aus ihren eigenen Minen zu fördern, was Klimaaktivisten verärgerte.

Die Regierung besteht darauf, dass die Maßnahmen vorübergehend sind und die Umstellung auf saubere Energie beschleunigt wird. Am Donnerstag unterzeichnete Deutschland einen vorläufigen Vertrag, um mehr Erdgas aus Ägypten zu kaufen und der nordafrikanischen Nation beim Aufbau von Produktionsanlagen für Wasserstoff zu helfen.

Deutschland hat auch versucht, seine eigenen hohen historischen Emissionen auszugleichen, indem es Ländern geholfen hat, die jetzt die Hauptlast der Auswirkungen der globalen Erwärmung tragen. Die Regierung sagte am Freitag, dass sie Peru etwa 352 Millionen Euro (345 Millionen US-Dollar) zur Verfügung stellen werde, um der lateinamerikanischen Nation zu helfen, ihr öffentliches Verkehrssystem zu verbessern und die Entwaldung im Amazonasgebiet zu bekämpfen.

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Quelle: APNews

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