Innenministerium

Bericht über organisierte Kriminalität und Wirtschaftskriminalität 2021

Die baden-württembergische Polizei gehe konsequent gegen organisierte Kriminalität und Wirtschaftskriminalität vor, sagte Innenminister Thomas Strobl zum Bericht zur organisierten Kriminalität und Wirtschaftskriminalität 2021.

„Dieses Jahr markiert den 30. Jahrestag des tödlichen Attentatsversuchs auf den italienischen Richter Giovanni Falcone (23. Mai 1992). Auch seine Frau Francesca Morvillo und seine Eskorte Vito Schifani, Rocco Dicillo und Antonio Montinaro wurden bei diesem schrecklichen Angriff getötet. Dieses Attentat hat uns gezeigt, mit welcher Brutalität das organisierte Verbrechen seine Verbrechen begeht. Im Jahr 2021 haben wir im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Wirtschaftskriminalität eine Reihe großer Erfolge erzielt. Die Ermittlungen gingen weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Damit weder die organisierte Kriminalität noch die scheinbar im Verborgenen stattfindende Wirtschaftskriminalität ihre Machtansprüche geltend machen können, bekämpfen wir sie vor Ort im Land und in enger Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden anderer Länder und Europol“, so der stellvertretende Ministerpräsident Minister und Innenminister Thomas Strobl bei der Vorstellung des Berichts zur organisierten Kriminalität und Wirtschaftskriminalität 2021 an diesem Freitag.

Zahlen, Daten, Fakten

Im Jahr 2021 führte die Polizei Baden-Württemberg insgesamt 37 Verfahren gegen Angehörige der organisierten Kriminalität (OK-Verfahren). Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht (2020: 33). Mit knapp über 51 Prozent basierte der Großteil der OK-Ermittlungen (19) auf Drogendelikten. Rund 16 Prozent der OK-Ermittlungen bezogen sich auf Wirtschaftskriminalität (sechs) und rund acht Prozent auf Eigentumskriminalität (drei). Dem Bereich Cyberkriminalität lassen sich drei Verfahren zuordnen, was rund acht Prozent entspricht.

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 171 OK-Ermittlungsverfahren (Verfahren im Vorfeld der organisierten Kriminalität) geführt. Das sind elf Verfahren weniger als im Vorjahr. Im Bereich der Bandenkriminalität dominieren die Drogen-, Eigentums- und Wirtschaftskriminalität. Knapp 43 Prozent der OK-Ermittlungsverfahren betrafen Drogenkriminalität (73). Etwa 32 Prozent der Fälle bezogen sich auf Eigentumsdelikte (55) und knapp 13 Prozent auf Wirtschaftskriminalität (22).

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„Zum Beispiel konnten Polizeieinheiten aus Deutschland und Italien in einer von Eurojust koordinierten Aktion einen wichtigen Schlag gegen die italienische Mafia durchführen. In Italien und Deutschland wurden zahlreiche Haftbefehle vollstreckt. Zur Sicherung des Taterlöses wurden in Deutschland und Italien Vermögensarreste in Höhe von mehreren Millionen Euro erlassen. Dieses Vorgehen ist ein eindrucksvolles Beispiel aus dem vergangenen Jahr“, erklärte Minister Thomas Strobl.

Wirtschaftskriminalität

Die Wirtschaftskriminalität sank im Jahresvergleich um 52,9 Prozent auf 5.003 Fälle, den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Fallintensive Verfahren mit Hunderten oder Tausenden von Einzelfällen führen zu statistischen Schwankungen im Bereich der Wirtschaftskriminalität. Die Zahl der Tatverdächtigen sank um 6,6 Prozent auf 2.774 Personen. Der Gesamtschaden im Bereich Wirtschaftskriminalität sank um 17,9 Prozent auf rund 277 Millionen Euro. Das entspricht 50 Prozent des kriminellen Gesamtschadens von rund 556 Millionen Euro in Baden-Württemberg im Jahr 2021.

Die Zahl der Subventionsbetrugsfälle stieg 2021 um 38,1 Prozent auf 460 Fälle (Vorjahr 333 Fälle) und der verursachte Schaden stieg deutlich von rund 3,87 Millionen auf rund 7,65 Millionen Euro. Grund dafür sind die Anzeigen im Zusammenhang mit der Corona-Soforthilfe. Die Fallzahlen des Infektionsschutzgesetzes sanken im Vergleich zum Vorjahr um 77,1 Prozent auf 89 Fälle (Vorjahr 389 Fälle). Damit passt sich der Bereich schrittweise an das Niveau vor der Pandemie an (Vorjahr 43 Fälle). Nur in zwei Fällen nutzten OK-Gruppierungen neue Möglichkeiten zur Begehung von Straftaten, die sich aus der Pandemiesituation ergaben.

Ein Rückgang der Fallzahlen um 21,0 Prozent auf 11.770 Fälle (Vorjahr: 14.905 Fälle) ist bei den Phänomenen „Falscher Polizist, Enkeltrick und Schocktelefon“ zu beobachten. Mit 96,3 Prozent (Vorjahr 97,2 Prozent) befindet sich der Großteil der bekannt gewordenen Straftaten noch im Versuchsstadium. 2021 waren die Täter in 441 Fällen erfolgreich (Vorjahr: 416 Fälle).

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„Baden-Württemberg ist kein guter Ort für Kriminelle. Wer sich durch Straftaten bereichern will, ist bei uns fehl am Platz. Wir werden die organisierte Kriminalität weiterhin konsequent und in enger Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern bekämpfen. Wir halten den Druck aufrecht. Dass wir in Baden-Württemberg in einem der sichersten Länder leben, ist nicht zuletzt unserer erfolgreichen Polizeiarbeit zu verdanken“, betonte Innenminister Thomas Strobl.


Eine Hand schiebt Geldscheine über den Tisch. Quelle: www.polizei-beratung.de Eine Hand schiebt Geldscheine über den Tisch.

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Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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