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BASF meldet Gewinneinbruch um 76 Prozent und weitet Sparprogramm aus.

BASF mit massivem Gewinneinbruch im zweiten Quartal

Der weltweit größte Chemiekonzern BASF kämpft mit sinkender Nachfrage, was zu einem massiven Gewinneinbruch im zweiten Quartal geführt hat. Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr um 76 Prozent auf 499 Millionen Euro eingebrochen. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch einen Gewinn von gut zwei Milliarden Euro verzeichnet. Vor allem die Nachfrage aus den wichtigsten Abnehmerbranchen war gering, mit Ausnahme der Automobilindustrie. BASF hat daher sein bereits angekündigtes Sparprogramm ausgeweitet, um bis Ende 2023 jährlich mehr als 300 Millionen Euro einzusparen. „Zusammen mit den bereits laufenden Initiativen in unseren weltweiten Serviceeinheiten werden wir die Fixkosten bis Ende 2026 senken, sodass sie ab dann Jahr für Jahr rund eine Milliarde Euro weniger betragen werden“, erklärte Finanzchef Dirk Elvermann.

Auch der Umsatz ist im zweiten Quartal im Jahresvergleich um ein Viertel auf 17,3 Milliarden Euro gesunken, bedingt durch deutlich niedrigere Preise und Mengen sowie negative Währungseffekte. Die schleppende Nachfrage, vor allem in China, hat die gesamte Branche getroffen und eine Erholung im zweiten Halbjahr scheint unwahrscheinlich. BASF hat daher seine Ziele für das Gesamtjahr deutlich reduziert. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen einen Umsatzrückgang auf 73 bis 76 Milliarden Euro, nach 87,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis wird auf 4,0 bis 4,4 Milliarden Euro geschätzt, statt der zuvor erwarteten 4,8 bis 5,4 Milliarden Euro.

Trotz der schwachen Nachfrage in China setzt BASF weiter auf die Volksrepublik. Rund 13 Prozent des Konzernumsatzes entfallen derzeit auf die Region, was etwa dem Anteil der Erlöse aus dem Geschäft in Deutschland entspricht. Bis 2030 strebt BASF in China einen Umsatzanteil von etwa 20 Prozent an. Der Markt in China ist der größte Chemiemarkt der Welt und macht 50 Prozent des gesamten Chemiemarktes aus. BASF investiert daher in der südchinesischen Provinz Guangdong rund zehn Milliarden Euro bis 2030 in einen neuen Verbund-Standort, der der drittgrößte des Unternehmens werden soll.

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Die Aktie von BASF reagierte auf die schlechten Quartalszahlen mit moderaten Verlusten, hat aber auf Sicht eines Jahres rund zwölf Prozent an Wert gewonnen. Die gesamte Chemiebranche steht jedoch weiterhin unter Druck aufgrund der schwachen Nachfrage und gesunkenen Preisen.

Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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