
BERLIN (AP) – Anwälte einer 97-jährigen ehemaligen Sekretärin des SS-Kommandanten des Konzentrationslagers Stutthof in Nazi-Deutschland forderten am Dienstag den Freispruch ihrer Mandantin und argumentierten, dass sie nichts von den Gräueltaten gewusst habe, die in dem Lager begangen wurden was jetzt Nordpolen ist.
Irmgard Furchner steht seit über einem Jahr vor dem Landgericht Itzehoe in Norddeutschland vor Gericht. In ihrem Schlussplädoyer sagte Furchner, sie bedauere das Geschehene und bedauere, dass sie damals dabei gewesen sei, so ein Gerichtssprecher.
Ihre Anwälte forderten ihren Freispruch mit dem Argument, die Beweise hätten nicht zweifelsfrei gezeigt, dass Furchner von den systematischen Tötungen im Lager gewusst habe, es gebe also keinen Vorsatznachweis, wie er für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit erforderlich sei.
Die Staatsanwaltschaft beschuldigte Furchner, Teil des Apparats zu sein, der den Betrieb des Lagers Stutthof der Nazis während des Zweiten Weltkriegs unterstützte. In ihren Schlussplädoyers im vergangenen Monat forderten sie, sie wegen Beihilfe zum Mord zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe zu verurteilen.
Zehntausende Menschen starben am Ende des Zweiten Weltkriegs in Stutthof und seinen Außenlagern oder auf Todesmärschen.
Furchner, die letztes Jahr Schlagzeilen machte, als sie dem Prozess entging, steht vor einem Jugendgericht, weil sie zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Verbrechen unter 21 Jahre alt war.
Das Gericht sagte, ein Urteil werde am 20. Dezember erwartet.
Quelle: APNews