
In einer gemeinsamen Anstrengung zur Bekämpfung der anhaltenden Gewaltserie im Raum Stuttgart haben sich Städte, Gemeinden, Polizei und Politik zusammengeschlossen, um den Druck auf die Verdächtigen zu erhöhen. Ein Schlüsselziel ist es, potenzielle Sympathisanten in den Kreisen der rivalisierenden Gruppen direkt anzusprechen, um den Einflussbereich der kriminellen Strukturen einzudämmen. Präventionsangebote sollen insbesondere jungen Menschen helfen, nicht in kriminelle Aktivitäten abzurutschen.
Eine gemeinsame Erklärung, unterzeichnet von verschiedenen kommunalen und polizeilichen Vertretern, betont die Suche nach Lösungen, um Jugendliche dazu zu bewegen, sich von gewaltbereiten Gruppierungen abzuwenden. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Aktivitäten an die dynamisch wachsenden Tätergruppen angepasst und innerhalb der verfügbaren Mittel ausgebaut werden. Konkrete Maßnahmen werden in der Erklärung jedoch nicht explizit genannt.
Die Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Gruppen im Raum Stuttgart haben in den letzten beiden Jahren zu einer Vielzahl von gewalttätigen Zwischenfällen geführt, darunter Schusswaffenangriffe und sogar die Verwendung einer Handgranate. Einige Anhänger wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt. Schätzungen zufolge gehören den beiden Gruppen, die vor allem den Regionen Esslingen, Ludwigsburg, Plochingen und dem Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen sowie Göppingen zugeordnet werden, mehr als 500 meist junge Menschen an. Bisher wurden 64 mutmaßliche Anhänger festgenommen.
In den letzten Wochen hat die Anzahl der Zwischenfälle jedoch merklich abgenommen. Dies könnte auf die Fahndungsmaßnahmen, Verhaftungen, laufende Strafverfahren und erste Gerichtsurteile zurückzuführen sein, wie LKA-Präsident Andreas Stenger anmerkte.