Konflikte auf der Straße: Linken-Politikerin Lötzsch spricht über Morddrohungen
17.07.2023, 13:26 Uhr
Linken-Politikerin Gesine Lötzsch hat in einem Interview von Morddrohungen gegen ihre Person berichtet. Trotz dieser Bedrohungen will die Bundestagsabgeordnete weiterhin aktiv auf der Straße den Kontakt zu den Wählern suchen.
Für Lötzsch gibt es keine Alternative zum direkten Gespräch mit den Menschen, auch wenn dabei Grenzen überschritten werden. In einem Interview mit dem digitalen Medienhaus „Table.Media“ gab sie an, bereits Morddrohungen erhalten zu haben und dass Leute sie verprügeln wollen.
Selbst in ihrem Wahlkreis in Berlin ist es laut Lötzsch zu „Auseinandersetzungen auf der Straße“ gekommen. Dennoch ist sie der Meinung, dass ihre Partei wieder auf die Straße und in Vereinen sowie auf Stadtfesten präsent sein sollte.
Die aktuellen Umfragewerte bereiten der Linken jedoch große Sorgen. Laut der jüngsten Forsa-Umfrage vom 11. Juli käme die Partei nur auf fünf Prozent, wenn heute Bundestagswahl wäre. Das reichte knapp für einen Einzug in den Bundestag.
Ein Grund für das anhaltende Umfragen-Tief könnte auch die drohende Spaltung innerhalb der Partei sein. Laut Beobachtern spielt dies vor allem der AfD in die Hände. Lötzsch warnt davor und betont, dass Spaltungen der Linken nur die Rechten stärken würden. Dies solle unbedingt verhindert werden.
Sahra Wagenknecht, ein prominentes Mitglied der Linken, kokettiert jedoch weiterhin mit der Gründung einer neuen Partei. Laut einer aktuellen Insa-Umfrage wäre eine solche Partei in Thüringen sogar stärker als die AfD.
Die Linken-Spitze hat Wagenknecht kürzlich aufgefordert, ihr Bundestagsmandat zurückzugeben. Lötzsch äußert jedoch Kritik an dieser Forderung und betont, dass die Partei zusammenhalten und gemeinsam für ihr Programm eintreten müsse.
Ob Lötzsch sich für die Wahl des Fraktionsvorsitzes in zwei Monaten aufstellen lassen wird, lässt sie offen. Aktuell haben Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch den Vorsitz inne und haben noch nicht erklärt, ob sie sich einer Wiederwahl stellen werden.