
In der kleinen Gemeinde Waldstetten, gelegen im Ostalbkreis und Heimat von etwa 7000 Einwohnern, sorgt eine Serie von Einbrüchen für große Besorgnis. Bereits seit mehreren Monaten müssen die Bürgerinnen und Bürger immer wieder erleben, dass ihre Häuser Ziel von Dieben werden. Laut Bürgermeister Michael Rembold ist das Thema mittlerweile das wichtigste im Ort und dies bleibt auch in der Nähe von Schwäbisch Gmünd nicht unbemerkt.
„Die Leute sind aufgeregt und verunsichert. Sie wissen nicht mehr, ob sie einfach mal für längere Zeit verreisen können“, beschreibt Rembold die Lage. Das Vertrauen in die eigene Sicherheit scheint geschwunden, viele nutzen zusätzliche Lichtquellen oder Zeitschaltuhren, um ihr Zuhause zu schützen. Denn die Einbrüche scheinen zu jeder Tages- und Nachtzeit stattzufinden, was die Verunsicherung unter den Anwohnern verstärkt.
Mittagsüberfall – eine dreiste Tat
Der jüngste Einbruch fand sogar zur Mittagszeit statt. Diese Dreistigkeit der Täter wirft Fragen auf und ermöglicht genauere Täterbeschreibungen: Ein kleiner Mann sowie ein größerer, etwa 1,90 Meter großer, wurden gesehen. Das ist nicht das erste Mal, dass solch ähnliche Täterbeschreibungen in den Polizeiberichten auftauchen, betont Bürgermeister Rembold. „Es ist ganz klar unverfroren, dass sie am helllichten Tag zuschlagen“, fügt er hinzu.
Natürlich stehen die örtlichen Behörden nicht untätig daneben. Die Kriminalpolizei in Waiblingen hat die Ermittlungen übernommen, während der lokale Polizeiposten zwar nicht direkt die Fälle bearbeitet, jedoch eng mit den Ermittlern zusammenarbeitet. „Wir sind alle eingebunden“, erklärt Bernd Märkle, stellvertretender Abteilungsleiter der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei. Er verweist darauf, dass die Auswertung der Hinweise, die von besorgten Bürgern eingehen, eine wichtige Rolle spielt. „Wir merken, dass die Leute wachsam sind. Das bleibt nicht unbemerkt“, zeigt sich Märkle stolz über das Engagement der Bevölkerung.
Hohe Erwartung an die Polizei
Die Hoffnung, die Täter schnell zu fassen, ist groß. Rembold und Märkle betonen, dass die Polizei bereits intensiv an der Aufklärung der Serien von Einbrüchen arbeitet. „Es wird vermutet, dass es sich bei den Tätern um dieselben Personen handelt, die wahrscheinlich auch Erfahrung in diesem Bereich haben“, erklärt der Bürgermeister. Auch rückblickend ist diese Art von Verbrechen in Waldstetten äußerst selten. Tatsächlich sei dies die erste derartige Welle in den letzten 30 Jahren, was die Situation umso außergewöhnlicher macht.
Um die Bewohner weiter zu informieren, wird es bald eine Aktion der Polizei geben, bei der die Bürger aufgeklärt werden, wie sie sich besser schützen können. Bürgermeister Rembold hofft, dass dies nicht nur zur Beruhigung beiträgt, sondern auch langfristig das Sicherheitsgefühl in der Gemeinde stärkt. Trotz aller Maßnahmen bleibt die Unsicherheit jedoch vorhanden: Einige Bürger spielen bereits mit dem Gedanken, selber aktiv zu werden, um ihre Nachbarschaft zu schützen. Rembold warnt jedoch davor, selbst aktiv zu werden: „Es ist wichtig, dass die Bürger die rechtlichen Grenzen kennen. Justiz gehört nicht in die Hände der Bürger.“
Insgesamt bleibt die Lage angespannt in Waldstetten. Wie die Kriminalpolizei ermittelt und wie viele Hinweise tatsächlich von den Bürgern verarbeitet werden können, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Diese Serie von Einbrüchen wird voraussichtlich noch viele Köpfe und Ansichten in der Gemeinde beschäftigen. Die Verwirrung über die Auswahl dieser kleinen Gemeinde als Zielgebiet steht im Raum – von Straßenführung abgesehen, ist Waldstetten nicht unbedingt ein Ort, der nennenswert im Blickpunkt ist. „Mir erscheint das total unlogisch“, meint Rembold. Die Hoffnung bleibt, dass diese rätselhaften Einbrüche bald ein Ende finden.