Ende Oktober besuchte die IT-Profilklasse 8b der RKM das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) in Vaihingen. Im Rahmen dieser Exkursion erhielten die Schülerinnen und Schüler wertvolle Einblicke in die faszinierende Welt der Künstlichen Intelligenz (KI). Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Anwendung Quickdraw, mit der die Schüler eigene Bilder generierten. Dabei bot sich ihnen die Gelegenheit zu einer praktischen Erfahrung: Einige ihrer Zeichnungen wurden von der KI nicht eindeutig erkannt, was interessante Diskussionen über die Grenzen und Möglichkeiten der Technologie auslöste.

In einem zusätzlichen Schritt erweiterten die Schüler ihr Wissen über Explainable AI (XAI), ein Konzept, das auf die Nachvollziehbarkeit von KI-Algorithmen abzielt. Dies ist besonders wichtig im Kontext der aktuellen Entwicklungen, da KIs zunehmend in verschiedenen Bereichen unseres Lebens integriert werden und deren Entscheidungsprozesse transparent sein müssen, um Vertrauen zu schaffen. Die Exkursion umfasste auch Rundgänge durch den beeindruckenden Cave Room und den Server-Raum des HLRS.

Einblicke in das Hohe Rechenzentrum

Im Cave Room erlebten die Schüler eindrucksvolle 3D-Simulationen, darunter eine virtuelle Achterbahnfahrt, die ihre Begeisterung für Hochleistungsrechnen weiter steigerte. Der Server-Raum bot einen einzigartigen Anblick großer Server, die den Jugendlichen zuvor unbekannt waren. Diese Erlebnisse waren nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich und regten die Motivation an, sich intensiver mit Themen des Hochleistungsrechnens und der KI auseinanderzusetzen.

Im regulären Unterricht hatten die Schüler zudem die Möglichkeit, eigene KI-Assistenten zu erstellen. Sie kreierten beispielsweise einen Lerncoach für das Fach Mathematik, der ihnen beim Training für Klassenarbeiten helfen sollte. Damit verknüpfte der Lerngang theoretisches Wissen mit praktischen Anwendungen mathematischer Simulationen, was den Schülern einen unmittelbaren Bezug zu ihrem Unterrichtsinhalt ermöglichte.

Das HLRS im Kontext der Forschung

Das HLRS wurde 1995 gegründet und ist seit 1996 das erste deutsche Bundeshöchstleistungsrechenzentrum. Es bietet Zugang zu Supercomputern für Wissenschaft und Industrie und hat sich schnell zu einer zentralen Einrichtung für Hochleistungsrechnen entwickelt. Aktuell zeichnet sich das HLRS durch sein neuestes System, den HPE Xray EX4000 „Hunter“, aus, der seit 2025 in Betrieb ist und eine Rechenleistung von 48 Peta-FLOPS bietet.

In der neuesten Entwicklung hat das EuroHPC Joint Undertaking die Gründung von sieben neuen „AI Factories“ in Europa angekündigt, wobei das HLRS eine zentrale Rolle spielen wird. Diese „AI Factory“ wird unter dem Namen „HammerHAI“ geführt und soll den Zugang zu leistungsfähigen KI-Technologien verbessern. Ziel ist es, neue Möglichkeiten für Forschung, Start-ups, Mittelstand sowie den öffentlichen Sektor zu schaffen, um ein florierendes KI-Ökosystem zu fördern.

Bundesforschungsminister Cem Özdemir beschrieb die Annahme der Bewerbung des HLRS als großen Erfolg für Deutschland und betonte die Notwendigkeit, die Rechenleistung zu erhöhen, um Barrieren beim Einsatz von KI abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu stärken. Dieses Engagement wird mit einem Gesamtbudget von rund 85 Millionen Euro unterstützt, das aus Fördermitteln der Europäischen Kommission und deutscher Ministerien stammt.

Die Exkursion der RKM-Schüler und die aktuellen Entwicklungen am HLRS verdeutlichen die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Forschungszentren in einem sich schnell entwickelnden Technologiefeld. Den Fachkräften des HLRS gebührt ein besonderer Dank für die informativen Einblicke, die sie den jungen Lernenden geboten haben, und es gibt bereits Ausblicke auf weitere gemeinsame Projekte.