In Weinstadt-Endersbach steht das ehemalige Mineralbad Cabrio, ein Ort, der seit Jahren im Verfall begriffen ist. Das Gebäude zieht als sogenannter „Lost Place“ zahlreiche Fans leerstehender Gebäude an, während andere Bürger es als Schandfleck empfinden. Trotz des fortschreitenden Verfalls, der sich unter anderem in zerbrochenen Fenstern und verwitterten Strukturen äußert, wurde das Cabrio bisher nicht abgerissen. Die Stadt Weinstadt hat jedoch ein Vorkaufsrecht für das gesamte Cabrio-Areal, einschließlich der angrenzenden Mühläcker und der Geflüchteten-Unterkunft. Um den Zustand des Cabrio-Bads zu verdeutlichen, wurden Warnschilder mit der Aufschrift „Betreten verboten! Lebensgefahr!“ an den Toren angebracht. Sicherheitsmaßnahmen wie Maschendrahtzaun und Bauzäune sollen unbefugten Zutritt verhindern, während die Stadt bereits mit Planungen für das Areal beschäftigt ist (Quelle 1).
Die Schließung des Cabrio-Bads im Jahr 2009 hat die Zukunft des Gebäudes in Frage gestellt. Die Stadtverwaltung und die Politik haben beschlossen, den Wohnbau auf dem Areal voranzutreiben, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Seit Sommer 2023 laufen bereits die Bauarbeiten für ein neues Funktionshallenbad am Bildungszentrum in Weinstadt, das voraussichtlich 2025 eröffnet werden soll. Diese Initiative wird als ein positives Zeichen für die Bemühungen der Stadt im Bereich Freizeit und Sport gewertet. Dennoch bleibt unklar, ob eine Sanierung des Cabrio-Bads angestrebt wird oder ob eine vollständige Neubebauung in Betracht gezogen wird (Quelle 2).
Nachhaltige Stadterneuerung und Wohnraumschaffung
Das Konzept der nachhaltigen Stadterneuerung spielt eine entscheidende Rolle bei der Revitalisierung von leerstehenden Immobilien. Dabei stehen die Verwandlung dieser Orte in lebendige, nachhaltige Räume im Mittelpunkt. Die Stadt Weinstadt könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen, indem sie das Cabrio-Areal nicht nur für Wohnraum nutzt, sondern auch kulturelle Einrichtungen oder Coworking-Spaces integriert. Die Vision hinter solchen Projekten zielt darauf ab, alle Beteiligten – von Eigentümern bis hin zu Investoren und der Gemeinschaft – einzubeziehen und eine transparente und nachhaltige Beteiligung zu fördern (Quelle 3).
Die Herausforderungen sind vielfältig: Leerstand und Substanzverlust, Wohnraummangel sowie hohe CO₂-Emissionen müssen angegangen werden. Innovative Ansätze wie die digitale Plattform und NFT-basierte Beteiligung könnten neue Wege eröffnen, um die Revitalisierung zu fördern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren. In Weinstadt könnte ein solcher Ansatz auf fruchtbaren Boden fallen, da die Notwendigkeit für mehr Wohnraum und die Schaffung attraktiver Lebensräume immer drängender wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Cabrio-Bad nicht nur ein verfallenes Gebäude ist, sondern auch das Potenzial für eine nachhaltige Stadtentwicklung birgt. Die Stadt Weinstadt steht vor der Herausforderung, diese Möglichkeiten zu nutzen und gleichzeitig die Bedenken der Bürger zu berücksichtigen. Ein ausgewogenes Konzept könnte dazu beitragen, das Cabrio-Areal in einen Ort zu verwandeln, der sowohl Wohnraum als auch kulturelle Bedeutung bietet.