In Stuttgart wird ein innovatives Projekt zur Modernisierung von Hallenbädern in Angriff genommen. Angesichts der Tatsache, dass viele Schwimmbäder in Städten und Gemeinden stark veraltet sind und während Sanierungen oft für längere Zeit geschlossen bleiben, hat die Stadt eine Interimslösung geplant. Diese umfasst ein modulares Hallenbad, das flexibel abgebaut und an anderen Standorten wieder aufgebaut werden kann. Besonders im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach hat ein Hallenbad drei Jahre lang geschlossen bleiben müssen, was den Bedürfnissen der Schwimmer nicht gerecht wurde.
Das junge Unternehmen Pool out of the Box, gegründet im Jahr 2018, hat die Verantwortung für das erste Pilotprojekt übernommen. Unter Beteiligung von Partnern aus der Schwimmbad- und Modulbaubranche wird die realisierbare Lösung entwickelt. Raummodule werden in einem Werk des Holzbau-Spezialisten Blumer-Lehmann in Hessen vorgefertigt, während die Edelstahlbecken von Zeller Bäderbau geliefert werden.
Effiziente Bauweise und schnelle Bereitstellung
Die Planer des Zuffenhausener Ersatzbades haben signifikante Herausforderungen beim Bau mit vorgefertigten Modulen identifiziert. Ein großer Teil der Technik wird bereits in der Fabrik installiert, was die Montage vor Ort erheblich beschleunigt. Dadurch soll die Bauzeit um beeindruckende 70 Prozent verkürzt werden. Von der Anlieferung der Module bis zum Aufsetzen des Dachs rechnet man nur mit drei Wochen.
Das modulare Hallenbad wird voraussichtlich im Frühjahr oder Frühsommer 2024 in Betrieb gehen. Die Kosten für das Pilotprojekt belaufen sich auf 19,1 Millionen Euro, was im Rahmen des festgelegten Budgets liegt. Darüber hinaus liegt die erste Schätzung für den Umzug des Gebäudes nach Stuttgart-Möhringen bei rund 4,5 Millionen Euro. Nach dem Neubau des Hallenbades Sonnenberg soll das Modulbad an einen Parkplatz in Stuttgart-Untertürkheim umziehen. Die Lebensdauer des modularen Bades wird auf mindestens 30 Jahre geschätzt.
Fokus auf kleinere Schwimmbecken
Das Unternehmen Pool out of the Box plant zudem, sich in Zukunft auf kleinere Lehrschwimmbecken für Kommunen zu konzentrieren. Hierbei sollen standardisierte Mini-Hallenbäder mit 16-Meter-Becken entwickelt werden, um Zeit- und Kostenvorteile zu erzielen. Das Projekt wurde im März 2023 in das Netzwerk der Internationalen Bauausstellung IBA 27 aufgenommen, was dem Vorhaben zusätzliche Sichtbarkeit und Unterstützung verleihen soll.