Wolfgang Schorlau, der renommierte Krimiautor aus Stuttgart, ist bekannt für seine politischen und gesellschaftlich kritischen Werke. Mit Themen, die von der Roten Armee Fraktion (RAF) über den NSU bis hin zur Klimakatastrophe reichen, verbindet er spannende Erzählungen mit umfassender Gesellschaftskritik. Seine besonderen Fähigkeiten in Recherche und Erzählmanagement wird er in einer Veranstaltung am Freitag, dem 30. Januar, um 19 Uhr im Stucksaal der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen präsentieren. Unter dem Titel „Campus Conversations Club“ wird Schorlau mit Studierenden der MBA-Studienprogramme diskutieren, wie er brisante Stoffe in seinen Krimis verarbeitet und ob diese auch aktuelle gesellschaftliche Phänomene widerspiegeln.
Die Themen, die Schorlau behandelt, sind nicht nur fiktiv, sondern oft eng mit realen Geschehnissen verbunden. In seiner Krimireihe um den Privatdetektiv Georg Dengler, einem ehemaligen Zielfahnder des Bundeskriminalamts, thematisiert er unter anderem die dritte Generation der RAF, den Kampf um Wasser und die Machenschaften der Pharmaindustrie. Sechs seiner elf Buchverfilmungen wurden bereits im ZDF ausgestrahlt, wobei Ronald Zehrfeld die Hauptrolle des Georg Denglers spielt. Dies verdeutlicht, wie virulent und relevant seine Themen auch in der heutigen Medienlandschaft sind. Die Anmeldung zur Veranstaltung erfolgt über die Webseite oder per E-Mail.
Der Werdegang eines Schriftstellers
Wolfgang Schorlau wurde 1951 in Idar-Oberstein geboren und wuchs nach dem frühen Tod seines Vaters in einem Waisenheim in Freiburg auf. Diese prägende Zeit beeinflusste ihn stark und spiegelt sich in seinem Werk, insbesondere in seinem Roman „Rebellen“, wider. Nach einer schwierigen Schul- und Ausbildungszeit fand er seinen Weg über Engagement in der Lehrlingsbewegung und politisches Aktivsein im Kommunistischen Bund Westdeutschlands. Er zog später nach Westberlin, wo er das Abitur nachholte und eine Ausbildung zum Informatiker absolvierte.
Im Jahr 2000 entschied Schorlau, seinen Beruf als Programmierer aufzugeben, um sich ausschließlich dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er zahlreiche politisch gefärbte Kriminalromane veröffentlicht, die sich kritisch mit Themen aus der Gesellschaft auseinandersetzen. Seine Werke sind nicht nur spannend, sondern auch tiefgründig, da sie oft historische und aktuelle politische Ereignisse miteinander verknüpfen, wie die NSU-Mordserie und die Privatisierung der Wasserwirtschaft. Seine Romane bieten vielfältige Perspektiven und beleuchten nicht stets offensichtliche gesellschaftliche Probleme.
Auszeichnungen und Filmadaptionen
Für seinen Roman „Dunkles Schweigen“ erhielt Schorlau 2006 den Deutschen Krimipreis. Die Krimis um Georg Dengler gehören zu den erfolgreichsten deutschen Kriminalromanen. Die Reihe umfasst Titel wie:
- Die blaue Liste (2003)
- Das dunkle Schweigen (2005)
- Fremde Wasser (2006)
- Brennende Kälte (2008)
- Das München-Komplott (2009)
- Die letzte Flucht (2011)
- Am zwölften Tag (2013)
- Die schützende Hand (2015)
- Der große Plan (2018)
- Kreuzberg Blues (2020)
- Black Forest (2024)
Darüber hinaus hat Schorlau auch mit Claudio Caiolo zusammengearbeitet, um weitere Kriminalromane zu schreiben. Diese erweiterte Perspektive und Kooperation stellt sicher, dass Schorlaus Werke weiterhin im Trend bleiben und sich neuen Themen öffnen.
Wolfgang Schorlau ist ein Schriftsteller, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Seine engagierte Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Themen macht ihn zu einem wichtigen Vertreter der deutschen Krimiliteratur. Informationen zur bevorstehenden Veranstaltung und zu Schorlaus Werk finden Interessierte auf den Online-Plattformen, wie etwa esslinger-zeitung.de, wikipedia.org und buecherserien.de.



