Am Dienstag wurde der Spatenstich für das größte Bauprojekt in der Geschichte der Wilhelma in Stuttgart gefeiert: die neue Elefantenwelt. Dieses bedeutende Vorhaben in dem botanisch-zoologischen Garten hat bereits eine lange Vorgeschichte. Die Planungen laufen seit 2018, und die Fertigstellung der neuen Elefantenanlage ist für Anfang 2030 vorgesehen, nachdem der ursprüngliche Baubeginn für Ende 2020 geplant war.

Die gesamte Baukosten für das beeindruckende Projekt belaufen sich auf geschätzte 87,73 Millionen Euro, wobei die Fördersumme des Vereins der Freunde und Förderer von 10 Millionen Euro auf 15 Millionen Euro aufgestockt wurde. Der neue Bereich wird auf etwa zwei Hektar Fläche entstehen und Platz für eine Elefantenherde von bis zu 15 erwachsenen Tieren bieten. Die Anlage wird nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltet, um den natürlichen Bedürfnissen der Elefanten gerecht zu werden.

Endlich geht es voran

Projektleiter sind Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin und Georg Fundel, der Vorsitzende des Fördervereins. Diese neue Anlage wird sowohl Innen- als auch Außenbereiche umfassen und eine große Kuppel beinhalten. Vor dem Baubeginn müssen jedoch einige bestehende Gebäude, darunter ein Restaurant, abgerissen werden. Erste Bauzäune wurden bereits aufgestellt, um den Bereich vom Besucherverkehr abzusperren, was auf den bevorstehenden Baubeginn hindeutet.

Die Verzögerungen des Projekts wurden unter anderem durch hohe Baupreise und komplizierte Bauvorschriften verursacht. Auch die Energiekrise hatte Einfluss auf die Finanzierung, was anfangs zu Verzögerungen führte. Dennoch zeigt sich Zoodirektor Thomas Kölpin optimistisch und betont die Wichtigkeit der Reservepopulationen in Zoos für den Artenschutz, besonders für die in der Natur stark gefährdeten asiatischen Elefanten.

Ein neues Zuhause für Zwergflusspferde

Parallel zu diesen Entwicklungen gibt es auch Fortschritte bei der geplanten Anlage für Zwergflusspferde. Seit 2013 laufen Überlegungen zu diesem Projekt, konkretere Pläne wurden jedoch erst 2018 formuliert. Das Gehege soll am Neckarufer entstehen, gegenüber dem Haupteingang, und wird als Schaufenster für die Wilhelma dienen. Die Zwergflusspferde erwiesen sich bereits als Publikumsmagnet, wie das Beispiel von Toni zeigt, einem Flusspferd, das 2025 vom Berliner Zoo nach Mulhouse zog und dort zahlreiche Besucher anlockte.

Vorsitzender Georg Fundel äußerte Kritik an der Verwaltung wegen der Verzögerungen beim Bau der Zwergflusspferde-Anlage und betont, dass die Finanzierung gesichert sei. Der Förderverein sei bereit zu bauen, warte jedoch auf das Baurecht von der Stadt Stuttgart. Die Stadt wiederum erklärt, dass die Fertigstellung der Zwergflusspferde-Anlage von anderen Baustellen, wie dem Rosensteintunnel und der neuen S21-Bahnbrücke, abhängt. Die Gestaltungs-Konzeption für das Rosensteinufer, zu dem auch das Gehege der Zwergflusspferde gehört, ist noch nicht abgeschlossen.

Die letzte Ära der Zwergflusspferde in der Wilhelma endete 2016 mit dem Tod von Hannibal, der bemerkenswerte 50 Jahre alt wurde. Mit dem neuen Projekt soll ein neues Kapitel in der Geschichte der Wilhelma aufgeschlagen werden, das sowohl für die jederzeit willkommenen Gäste als auch für den Artenschutz von großer Bedeutung ist.