Am 4. Februar, dem Weltkrebstag, setzt das Klinikum Stuttgart ein starkes Zeichen für die Bedeutung von Bewegung während der Krebsbehandlung. Aktuelle Studien belegen den positiven Effekt von Sport auf den Behandlungsverlauf, insbesondere bei jungen Krebspatienten. John Müller, 22 Jahre alt, ist ein Beispiel dafür, wie Bewegung helfen kann, das Leben mit einer schweren Erkrankung zu bewältigen.
Im Jahr 2022 quälte John ein Stechen, das letztendlich zur Diagnose des Ewing-Sarkoms führte, einer seltenen und potenziell tödlichen Krebsart. Nach 16 Stunden in der Notaufnahme erhielt er die alarmierende Nachricht: Krebs. Insgesamt musste Müller 14 Chemozyklen durchstehen, eine emotional und körperlich herausfordernde Zeit. Trotz der hohen Belastung hat er stets versucht, aktiv zu bleiben, was ihm auch dank der Angebote des Klinikums Stuttgart, wie einem Fitnessraum für Patienten, möglich war.
Sport als Gamechanger in der Therapie
„Sport ist keine Option – Sport ist ein Gamechanger“, so die zentrale Botschaft der Kampagne des Klinikums. Dr. Dennis Hahn, der Müller während seiner Therapie schrieb: „Die Vorteile von Bewegung während der Krebstherapie sind enorm“, betont die Wichtigkeit von Sport in der Behandlung von Krebspatienten. Diese Unterstützung wird durch prominente Botschafter, wie die Spitzensportler Elisabeth Seitz und Oliver Zeidler, verstärkt.
In Deutschland zeigt sich ein bedenklicher Trend: Die Zahl der Krebsdiagnosen bei Menschen unter 50 Jahren steigt. Dies betrifft besonders Brust-, Haut- und Darmkrebs. Allerdings bleibt das Risiko, vor 50 Jahren an Krebs zu erkranken, mit ca. 10% aller Fälle relativ gering. Müller, der ein Jahr lang gegen den Krebs kämpfte, plant im kommenden Jahr eine 8.000 km lange Fahrradtour von Berlin nach Indien, um Spenden für krebserkrankte junge Erwachsene zu sammeln und anderen Mut zu machen.
Forschung und Studien zu Ewing-Sarkom
Die Unterstützung für Forschung und Therapie bei Ewing-Sarkomen wird im Stuttgart Cancer Center verstärkt. Hier laufen verschiedene klinische Studien, darunter das iEuroEwing-Projekt zur Behandlungsoptimierung für Patientinnen und Patienten mit Ewing-Sarkom. Dr. Dennis Hahn ist Ansprechpartner für diese Forschungen und steht unter der Telefonnummer 0711 278-35623 oder per E-Mail unter d.hahn@klinikum-stuttgart.de zur Verfügung.
Gemäß den ESMO Guidelines werden bei der Behandlung von Ewing-Sarkom hochdosierte Chemotherapien und innovative Therapieansätze erforscht. In internationalen Kooperationen wird versucht, die Behandlungsergebnisse für diese schwer zu behandelnde Krebserkrankung zu verbessern. Die laufenden Studien zeigen, dass Multimodale Therapiekonzepte, die Chemotherapie, Operation und häufig auch Strahlentherapie kombinieren, die Überlebenschancen der Patienten erhöhen können.
Insgesamt verdeutlicht der Weltkrebstag die Dringlichkeit, die Krebsforschung voranzutreiben und die Unterstützung für Betroffene zu intensivieren. Der Beitrag und die Erfahrungen von John Müller sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Kampfgeist und die richtige Unterstützung einen Unterschied im Umgang mit der Krankheit machen können.