In Weinstadt, einer Stadt im Rems-Murr-Kreis mit etwa 27.000 Einwohnern, wird die Zukunft der Energieversorgung neu gedacht. Mit dem Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, plant die Stadt den Bau eines großen Solarparks, der ein Fünftel des Strombedarfs der Stadt decken könnte. Der Solarpark soll auf dem Gelände des ehemaligen Jugendheims auf dem Schönbühl errichtet werden und wird mit einer geplanten Spitzenleistung von über 20 Megawatt der größte Solarpark der Region Stuttgart sein. Diese Initiative ist Teil eines umfassenden Projekts zur Förderung erneuerbarer Energien, bei dem der Anteil an erneuerbaren Energien in Weinstadt von derzeit etwa 18 Prozent auf rund 40 Prozent steigen könnte, wenn der Solarpark in Betrieb geht.
Die geplante Fläche für den Solarpark beträgt 20 Hektar, was etwa 20 bis 30 Fußballfeldern entspricht. Bei hoher Sonneneinstrahlung soll zudem eine Großwärmepumpe betrieben werden, die die Abwärme aus der Kläranlage nutzt und ins Nahwärmenetz einspeist. Auch Strom- und Wärmespeicher sind in das Projekt integriert. Die Genehmigungsverfahren werden voraussichtlich bis Herbst 2026 abgeschlossen sein, und die Stromproduktion könnte bereits 2027 beginnen. Die Kosten für den Solarpark sowie die nötigen Infrastrukturmaßnahmen wie Stromtrasse und Umspannwerk werden auf 50 bis 70 Millionen Euro geschätzt. Hier finden sich weitere Informationen zu diesem spannenden Vorhaben.
Informationsabend zur Energiezukunft
Am heutigen Abend, dem 25. Februar, findet in der Jahnhalle in Endersbach ein Informationsabend zur zukünftigen Energieversorgung von Weinstadt statt. Veranstalter sind die Stadt Weinstadt, die Stadtwerke Weinstadt, das KlimaBündnis Weinstadt sowie die Remstal Bürgerenergie Genossenschaft (REBE). Unter dem Motto „Energie für Weinstadt mit Sonne, Speicher und Nahwärme“ wird der geplante Solarpark Schönbühl vorgestellt. Oberbürgermeister Michael Scharmann wird die Veranstaltung eröffnen und es sind Fachvorträge unter anderem von Dr. Jann Binder vom Zentrum für Solar- und Wasserstoffwirtschaft (ZSW) sowie von Thomas Meier, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Weinstadt, geplant. Diese Vorträge werden sich um die Energiedrehscheibe Weinstadt drehen, die die optimale Nutzung erneuerbarer Energie vor Ort zum Ziel hat.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Veranstaltung wird die Vorstellung der Remstal Bürgerenergie Genossenschaft (REBE) sein, die eine zentrale Rolle bei der Finanzierung des Solarparks und der Energiedrehscheibe einnimmt. Ab Ende Februar 2026 haben Bürger die Möglichkeit, sich durch den Kauf von Genossenschaftsanteilen an diesem zukunftsweisenden Projekt zu beteiligen. Mehr dazu hier.
Ein Beitrag zur Energiewende
Die Entwicklungen in Weinstadt sind nicht nur lokal von Bedeutung, sondern tragen auch zu den bundesweiten Zielen im Bereich erneuerbare Energien bei. Im Jahr 2024 wird der Anteil der erneuerbaren Energien im deutschen Stromsektor voraussichtlich bei 54,1 Prozent liegen, was einem Anstieg von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders die Photovoltaik hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, mit einer installierten Leistung von über 18.000 MW. Diese positive Entwicklung zeigt, dass der Zuwachs neuer PV-Anlagen auch in Zeiten von weniger Sonneneinstrahlung stattfindet.
Die Weinstädter Initiative ist somit ein lokales Beispiel für den notwendigen Beschleunigungsprozess in der Energiewende. Die Kombination aus Solarenergie, Wärmepumpentechnologie und Bürgerbeteiligung könnte nicht nur die Klimaziele der Stadt unterstützen, sondern auch als Modell für andere Kommunen dienen, die ähnliche Wege einschlagen möchten. Hier finden Sie weitere Informationen über den aktuellen Stand der erneuerbaren Energien in Deutschland.