Am 11. Februar 2026 ist in Stuttgart eine erhebliche Störung im Luftverkehr zu erwarten. Die Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa haben zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, der von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr dauert. Der Grund für diesen Arbeitskampf ist ein Streit um die betriebliche Altersvorsorge, bei dem die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo gemeinsam agieren. Die Lufthansa sieht sich mit Forderungen konfrontiert, die eine Erhöhung der Beiträge zu Betriebs- und Übergangsrenten beinhalten. Diese Forderungen wurden vom Management aufgrund hoher Kosten und geringer Profitabilität abgelehnt.
In Stuttgart sind voraussichtlich keine Flüge der Lufthansa am Donnerstag geplant. Die genaue Anzahl der gestrichenen Flüge von und nach Stuttgart bleibt jedoch unklar. Laut einer Sprecherin des Stuttgarter Flughafens stehen die Flüge der Lufthansa am Mittwochmorgen noch im Plan. Regulär verzeichnet die Lufthansa 14 Ankünfte und Abflüge pro Tag in Stuttgart. Während die Kernmarke Lufthansa und die Frachtsparte Cargo von den Streiks betroffen sind, bleibt die Tochtergesellschaft Eurowings von den Maßnahmen unberührt.
Streik und seine Hintergründe
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Gespräche mit der Lufthansa über die betriebliche Altersvorsorge ohne Ergebnis beendet. Eine Urabstimmung unter den Mitgliedern der Gewerkschaft hat bereits für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt. Die Tarifkommission der VC wird in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen beraten. Der Präsident der VC, Andreas Pinheiro, gibt der Lufthansa die Verantwortung für den Streik und betont die Gesprächsbereitschaft der Gewerkschaft.
Die Streiks betreffen nicht nur die Flüge, sondern auch Anreisen von Cockpit-Beschäftigten, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings. Die Piloten sind seit Oktober 2025 streikfähig, haben jedoch erst jetzt den Arbeitskampf begonnen. Ufo, die Gewerkschaft der Flugbegleiter, ruft ebenfalls zum Warnstreik auf, da die Schließung des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine und das Fehlen von Verhandlungen zur Schaffung eines tariflichen Sozialplans Anlass zur Sorge geben.
Die Situation bei Lufthansa
Die Lufthansa hat einen Sparkurs eingeleitet und plant, rund 4000 Stellen zu streichen, um die Profitabilität zu steigern. Dies hat zu einem kritischen Klima im Unternehmen geführt, da Arbeitnehmervertreter der Konzernleitung vorwerfen, mit der Gründung neuer Airlines bestehende Tarifsysteme zu untergraben. Die Gewerkschaft Ufo kritisiert zudem tarifliche Verschlechterungen, die die Arbeitsbelastung und die Planbarkeit des Privatlebens der Mitarbeiter beeinträchtigen.
Die aktuellen Streiks haben ihre Wurzeln in gescheiterten Verhandlungen über die betriebliche Altersvorsorge, die bis Anfang September in sieben Runden stattfanden. Die Gewerkschaft fordert eine Verdreifachung des Arbeitgeberanteils an den Betriebsrenten für rund 4800 Pilotinnen und Piloten. Solange die Arbeitgeberseite nicht bereit ist, über einen akzeptablen tariflichen Sozialplan zu verhandeln, bleibt der Warnstreik ein drängendes Thema und kann jederzeit beendet werden.
Für Reisende am Stuttgarter Flughafen bedeutet dies eine ungewisse Lage, da sie möglicherweise von den Auswirkungen des Streiks betroffen sind. Die Situation bleibt angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen zwischen der Lufthansa und den Gewerkschaften entwickeln werden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln von Tagesschau, ZDF und n-tv.