Am Donnerstag, dem 5. März 2026, fand in Wangen im Allgäu die überregionale Berufsorientierungsmesse „zukunftwangen“ statt. Besucher der Kreissporthalle, Argensporthalle und Lothar-Weiß-Halle erlebten ein lebhaftes Gewusel und den verführerischen Duft von frischem Popcorn. Insgesamt 165 Aussteller präsentierten sich auf dieser bedeutenden Veranstaltung, die nicht nur Wangener Schüler, sondern auch Jugendliche aus der gesamten Region durch einen Bus-Shuttle anzieht. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, was sich auch in der hohen Besucherzahl von rund 3.500 Menschen widerspiegelt, wie Marcus Eberlei, Vorstand des Wirtschaftskreises Wangen, berichtet.

Die Messe wird vom Wangener Wirtschaftskreis e.V. in Zusammenarbeit mit dem Beruflichen Schulzentrum Wangen organisiert und zieht jährlich junge Menschen, Eltern, Unternehmen und Hochschulen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein an. Über 160 Aussteller aus Industrie, Handwerk, Dienstleistung und akademischem Bereich stellten Ausbildungsberufe und Studienmöglichkeiten vor. Die Vielfalt der Aussteller, von regionalen Firmen bis hin zu internationalen Unternehmen wie SAP, Rolls-Royce, Deutsche Bahn und Airbus, spiegelt den sich wandelnden Arbeitsmarkt wider.

Vielfältige Ausbildungsangebote

Die Aussteller setzen kreative Werbemaßnahmen ein, um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen zu gewinnen. So stellte die Firma Hans Lanz beispielsweise rote Bälle zur Verfügung, während Wangener Haustechnik mit Brotdosen mit Firmenlogo auf sich aufmerksam machte. Nathalie Merk von Wangener Haustechnik unterstreicht die Bedeutung der Präsenz bei den Jugendlichen, auch wenn das Interesse an handwerklichen Berufen eher gering ist. Im Gegensatz dazu berichtet Kai Stempfel von Hans Lanz von ernsthaften Nachfragen für Ausbildungsplätze im Gebäude- und Energiebereich, was auf eine positive Entwicklung in diesen Sektoren hinweist.

Alwin Zengerle von Dethleffs bietet trotz Stellenabbaus weiterhin zehn Ausbildungsplätze an und fordert mehr Wertschätzung für die Duale Ausbildung. Besonders im Pflegebereich sind Fachkräfte weiterhin gefragt, was die Fachkliniken Wangen bestätigen. Auch Rolls-Royce verzeichnet eine gute Nachfrage, insbesondere im Maschinenbau und technischen Ausbildungsberufen. Bauhandel Schmid hat kürzlich drei neue Mitarbeiter eingestellt und sieht optimistisch in die Zukunft.

Eltern und die Bedeutung der Messe

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Messe ist die aktive Einbeziehung der Eltern. Diese werden gezielt informiert, um sie in die Berufswahl ihrer Kinder einzubeziehen. Die verlängerten Öffnungszeiten bis 16 Uhr ermöglichen persönliche Gespräche zwischen Eltern, Interessierten und Ausstellern, was die Qualität der Informationsvermittlung erheblich steigert. Die Organisation und Vorbereitung der Jugendlichen wurde von Schulen und Ausstellern gleichermaßen gelobt.

Die Bundeswehr bot auf der Messe 50 Studien- und Ausbildungsgänge im militärischen und zivilen Bereich an und stellte damit eine weitere Option für die Jugendlichen dar. Die hohe Nachfrage nach Standplätzen zeigt, dass die Messe auch in den kommenden Jahren eine wichtige Plattform für die Berufsorientierung junger Menschen sein wird.

Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt

Die Entwicklungen auf der Messe sind besonders relevant, wenn man die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt betrachtet. Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wird die Eignung für eine duale Berufsausbildung durch die Registrierung als Ausbildungsstellenbewerber/-in bei Beratungs- und Vermittlungsdiensten festgestellt. Dabei zeigt die Beteiligungsquote ausbildungsinteressierter Personen in duale Berufsausbildung (EQI), wie viele der interessierten Jugendlichen tatsächlich mit einer Ausbildung beginnen konnten.

Insgesamt zeigt die Messe „zukunftwangen“ eine positive Entwicklung der Ausbildungslandschaft in der Region, wobei die Kombination aus regionalen und überregionalen Unternehmen eine wichtige Rolle spielt. Die Veranstaltung hat sich als feste Größe etabliert und bleibt ein wichtiges Bindeglied zwischen Jugendlichen und dem Arbeitsmarkt.