In Ebersbach an der Fils fand kürzlich ein beeindruckender Projekttag am RGE statt, der sich mit den Themen Vielfalt, Empowerment und Demokratiebildung beschäftigte. Dieser Tag war nicht nur ein Fest der Ideen, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler, an rund 30 Workshops, Exkursionen und kreativen Angeboten teilzunehmen. Die Themen reichten von gesellschaftlichen Fragen über unterschiedliche Lebensrealitäten bis hin zu einem respektvollen Miteinander. Die Workshops wurden von Lehrkräften und Expert*innen aus ganz Deutschland geleitet, was die Vielfalt der Perspektiven und Ansätze unterstrich.
Der Projekttag begann mit einer Vollversammlung in der Aula, während der Beiträge von der Schulleitung, der Schülervertretung (SMV) und der Schulband die Stimmung anheizten. Besonders erfreulich war, dass ein Teil der Einnahmen des Adventsmarkts als Spende übergeben wurde. Ein Highlight des Tages war die Information über die bevorstehende Abstimmung zum Beitritt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Diese Initiative zielt darauf ab, ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung und für ein respektvolles Miteinander zu setzen.
Kreative Workshops und Exkursionen
Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, ihre Kreativität auszuleben, indem sie bunte Stofftaschen und Stühle gestalteten. Auch das Kennenlernen und Ausprobieren von Schriften aus aller Welt stand auf dem Programm. Theaterpädagogische Workshops, die sich mit Standbildern zum Thema Gerechtigkeit beschäftigten, förderten das Bewusstsein für soziale Themen. Kulinarisch verwöhnt wurden die Teilnehmer mit eritreischen Gerichten, die von der Mutter einer Schülerin zubereitet wurden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Tages war die Extremismusprävention. Referentinnen und Referenten der Bundeszentrale für politische Bildung informierten über die Gefahren extremistischer Ideologien. Ein Journalist gab den Oberstufenschülern Einblicke in die Neonazi-Szene, was zu vielen Diskussionen anregte. Zudem gab es Empowerment-Workshops, die darauf abzielten, individuelle Fähigkeiten zu stärken und Strategien für ein wertschätzendes Miteinander zu entwickeln.
Vielfalt erleben und Demokratie stärken
Die Inklusionserfahrungen waren ebenfalls ein zentraler Bestandteil des Projekttags. Blindenvereine und Blindensportler halfen den Teilnehmern, im „Dunklen Café“ neue Perspektiven zu gewinnen. Exkursionen nach Esslingen am Neckar ermöglichten den Schülerinnen und Schülern, den Behindertensport näher kennenzulernen. Darüber hinaus erhielten sie Einblicke in soziale Realitäten durch Mitarbeiterinnen vom Haus Linde und dem Tafelladen in Ebersbach. Weitere Exkursionen führten zum Kunstmuseum Stuttgart sowie zum Christophsbad, wo Themen der psychischen Gesundheit behandelt wurden.
Die Workshops hatten alle einen gemeinsamen Fokus: Die Teilnehmenden wurden ermutigt, ihr eigenes Handeln zu hinterfragen, Vorurteile abzubauen und Werkzeuge für ein solidarisches Zusammenleben zu entwickeln. Der Tag fand seinen Abschluss mit einem „Markt der Vielfalt“, bei dem die Projektergebnisse präsentiert wurden. Die hohe Beteiligung der Eltern und der lebendige Austausch zwischen den Generationen machten diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Diese Initiativen sind Teil des bundesweiten Förderprogramms „Demokratie leben!“, das darauf abzielt, Demokratie, Vielfalt und Extremismusprävention in Deutschland zu stärken. Ein Abschlussbericht, erstellt vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) und anderen, belegt die Erfolge des Programms trotz gesellschaftlicher Spannungen und Pandemiebedingungen. Die Empfehlungen für die Fortführung des Programms beinhalten unter anderem die Förderung von Selbstevaluation in der Projektarbeit und den gezielten Transfer erfolgreicher Konzepte in Regelstrukturen. Die wissenschaftliche Begleitung des Programms hat gezeigt, dass positive Veränderungen in Zielgruppen und Institutionen nachgewiesen werden konnten.
In Anbetracht der zunehmenden extremistischen Handlungen und der Notwendigkeit, demokratische Werte zu fördern, hat die Bundesregierung die Strategie „Gemeinsam für Demokratie und gegen Extremismus“ verabschiedet. Diese Strategie kombiniert präventive Maßnahmen der politischen Bildung und Demokratieförderung mit repressiven Maßnahmen der Strafverfolgung. Ziel ist es, eine vielfältige, demokratische Gesellschaft zu stärken und gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit vorzugehen. Die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen zeigen, wie wichtig solche Projekte sind, um eine lebendige und starke Demokratie zu fördern.
Der Projekttag am RGE hat einmal mehr bewiesen, wie wertvoll und bereichernd Vielfalt für die Schulgemeinschaft ist und wie wichtig die gemeinsame Gestaltung von Demokratie ist. Ein großer Dank gebührt allen Referentinnen und Referenten sowie den engagierten Schülerinnen und Schülern, die diesen Tag ermöglicht haben.
Für weitere Informationen zu den Projekten und der Strategie zur Demokratieförderung besuchen Sie bitte die Quelle, die zweite Quelle und die dritte Quelle.




