Roberto Vannacci, ein Ex-General mit rechtsextremen Ansichten, hat die Lega Nord verlassen und eine neue Partei mit dem Namen „Futuro Nazionale“ gegründet. Dies wurde von Stuttgarter Nachrichten berichtet. Vannacci informierte den Parteichef Matteo Salvini über seinen Abschied per SMS. Bis zu diesem Zeitpunkt war er einer der Vizepräsidenten der Lega und konnte bei den Europawahlen 2024 als parteiloser Kandidat über 400.000 Stimmen auf sich vereinen.
Sein herausragendes Werk, das Buch „Il Mondo al Contrario“, in dem er gegen die „Schwulen-Lobby“, Feministinnen und Migranten hetzt, hat ihm Bekanntheit verschafft. Darin erklärte er, dass er das Recht beanspruche, seinen Hass öffentlich auszudrücken. Vannaccis Abgang wird als schwerer Schlag für Salvini gesehen, der ihm trotz interner Widerstände auf die Wahllisten gesetzt hatte, um ein drohendes Wahldesaster abzuwenden.
Neue politische Ambitionen
Vannacci hat bereits sein neues politisches Projekt, „Futuro Nazionale“, registriert. Sein Verzicht auf eine Teilnahme an einer dreitägigen Veranstaltung der Lega in Abruzzo deutet auf abgekühlte Beziehungen zur Partei hin. Salvini äußerte sich kritisch über Personen, die Macht und Positionen als Ziel betrachten, ohne direkt Vannacci zu erwähnen.
Eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Vannaccis neuer Partei und CasaPound, die ebenfalls der extremen Rechten zuzurechnen ist, wird in Betracht gezogen. CasaPound hatte bei den letzten Wahlen keine eigene Kandidatenliste eingereicht. Vannacci erzielte in der Vergangenheit über 500.000 persönliche Stimmen, was fast 2% der Wählerschaft ausmachte, was das Potenzial seiner neuen Partei unterstreicht.
Auswirkungen auf die rechte Landschaft
Die Gründung von „Futuro Nazionale“ könnte die Rechtskoalition bei den Parlamentswahlen 2027 in Bedrängnis bringen. Laut aktuellen Schätzungen könnte Vannacci eine Wählerunterstützung von zwei bis drei Prozent erwarten. Einige bereits gewählte Lega-Parlamentarier könnten zu seiner neuen Partei überlaufen, was die Lega, unter der Führung von Salvini, zusätzlich schwächen könnte.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, deren Partei Fratelli d’Italia zur aktuellen Regierungskoalition gehört, könnte ebenfalls von Vannaccis Aktivitäten betroffen sein. Es wird befürchtet, dass einige Wähler ihrer Partei, die zur Lega wechseln könnten, einen Einfluss auf die Wahlergebnisse haben werden. Melonis Koalition besteht aus Fratelli d’Italia mit 26%, der Lega mit 8,8% und Forza Italia mit 8,1%, wie bpb.de analysiert.
Die politische Szene in Italien ist seit vielen Jahren durch die extreme Rechte geprägt, deren Ursprünge bis zu den neofaschistischen Bewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg zurückreichen. Vannaccis rechtsextreme Ansichten sowie der Unmut über etablierte Parteien bieten Nährboden für eine Veränderung im politischen Gefüge Italiens.