Die Stadt Stuttgart plant die Einführung einer neuen Hauptradroute in der Waldburgstraße in Vaihingen. Diese Maßnahme soll ein wichtiger Schritt zur Förderung des Radverkehrs in der Region sein und umfasst einen etwa 700 Meter langen Abschnitt von der Robert-Koch-Straße bis zur Stuttgarter Ortsgrenze an der Rohrer Höhe. Laut den Stuttgarter Nachrichten wird diese Initiative jedoch von erheblichen Protesten seitens der Anwohner begleitet, da über 100 Parkplätze im Wohngebiet wegfallen sollen.

Bezirksvorsteher Marcel Wolf bestätigte die Beschwerden, die im Vaihinger Rathaus eingegangen sind. Viele Anwohner sehen die Gefahr, dass der bereits hohe Parkdruck in angrenzenden Wohngebieten noch verstärkt wird. Die Planungen des Stadtverwaltungsdezernats beinhalten einen einseitigen Schutzstreifen, der mit einer Breite von 2,25 Metern konzipiert ist, um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen. Dieser Schutzstreifen soll eine Verbindung zum geplanten Radschnellweg nach Böblingen herstellen. Zudem ist vorgesehen, die Bushaltestellen behindertengerecht auszubauen.

Schutz der Radfahrer und steigende Nutzerzahlen

Ein Pilotversuch aus dem Jahr 2021 hat gezeigt, dass der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen Autos und Radfahrern häufig nicht eingehalten wurde, was zu gefährlichen Situationen führt. Mit einer stetig steigenden Zahl von Radfahrern, die in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 bereits über 50.000 Besucher zählte und damit 7,5 Prozent des Gesamtverkehrs ausmacht, beabsichtigt die Stadt, durch den neuen Schutzstreifen eine sicherere Umgebung für Radfahrende zu schaffen. Im Mittel nutzen bis zu 559 Radfahrer pro Tag die gegenwärtigen Radwege.

Die bevorzugte Planungsvariante sieht vor, einen einseitigen Schutzstreifen zu realisieren, da die Waldburgstraße mit acht Metern Breite nicht ausreicht, um beidseitige Lösungen zu integrieren. Aktuell konnte der Bezirksbeirat Vaihingen jedoch noch keinen Beschluss zur Empfehlung der Stadtverwaltung fassen, was die Unsicherheit in der Bevölkerung weiter verstärkt. Eine weitere Sitzung zur Diskussion der Pläne wird am 24. Juni um 18 Uhr im Saal der Alten Kelter stattfinden.

Sichere Radnutzung als gesamtgesellschaftliche Herausforderung

Radfahrende und Fußgänger zählen zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern, die im Straßenverkehr besonders gefährdet sind. Um Unfälle zu vermeiden, betont der ADFC, dass defensives und vorausschauendes Fahren unerlässlich ist. Radfahrende sollten sich nicht nur selbstbewusst im Straßenverkehr bewegen, sondern auch darauf achten, dass sie die Abbiegemanöver durch Handzeichen rechtzeitig ankündigen. Der nötige Abstand zu großen Fahrzeugen wie Lkw oder Lieferwagen ist ebenfalls entscheidend, da diese Fahrer Radfahrer oft nicht oder nur unzureichend wahrnehmen können.

Die anstehenden Diskussionen in Vaihingen über die neuen Pläne zur Hauptradroute verdeutlichen, wie wichtig es ist, bei der Planung von Verkehrsinfrastrukturen die Interessen aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen. Nur durch eine ausgewogene Herangehensweise kann eine nachhaltige Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in Stuttgart erreicht werden.