Ein neuer Mittelalter-Erlebnispark namens „Erlebniswelt Markstein“ könnte bald in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) eröffnet werden. Ein privater Investor plant, das Projekt zwischen der Kernstadt Vaihingen und Kleinglattbach zu realisieren. Der Stadtteilausschuss von Vaihingen hat bereits ein erstes positives Signal gesendet, die endgültige Entscheidung wird jedoch am 4. Februar durch den Gemeinderat getroffen, wie Stuttgarter Nachrichten berichtet.
Der Investor, Christoph Schlude von der Epic Realms Ventures GmbH, hat mehrere Wirtschaftsgutachten eingereicht, um die Rentabilität des Parks zu belegen. Geplant ist, dass die „Erlebniswelt Markstein“ jährlich zwischen 342.000 und 545.000 Besucher anzieht. Selbst bei einem Rückgang der Besucherzahlen um 30 Prozent bleibt das Geschäftsmodell profitabel. Zudem wird erwartet, dass der Park ohne kommunale Investitionen realisiert werden kann und jährliche Gewerbesteuereinnahmen von bis zu 1,7 Millionen Euro generiert.
Nachhaltigkeit und Verkehrskonzept
Das geplante Verkehrs- und Mobilitätskonzept sieht eine hohe Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vor, unterstützt durch einen kostenfreien Shuttle-Service vom Bahnhof Vaihingen Enz, welcher in nur 2–3 Minuten zur Erlebniswelt fahren wird. Dieser Standort ist ideal gelegen und besitzt überregionale Bahnverbindungen nach Stuttgart, Karlsruhe und Pforzheim, unter anderem. Dennoch gehen die Verkehrsprognosen von einem hohen Pkw-Anteil aus, wobei die Belastung der örtlichen Infrastruktur als beherrschbar eingeschätzt wird.
Um die Lärmbelastung zu kontrollieren, haben bereits durchgeführte Gutachten bestätigt, dass die Werte innerhalb der zulässigen Richtwerte bleiben. Geplant ist zudem ein Lärmschutzstreifen, um zukünftige Beeinträchtigungen durch Wohngebiete zu vermeiden.
Das Parkkonzept im Detail
Die Erlebniswelt Markstein wird kein typischer Freizeitpark im Sinne von Achterbahnen und Großfahrgeschäften sein. Stattdessen konzentriert sich das Konzept auf einen ganzjährigen, middelalterlich gestalteten Park, der ein Mittelalterdorf, Handwerksvorführungen, Gastronomie und pädagogische Programme für Schulklassen umfasst. Dazu gehören Mitmach-Angebote für Kinder und Jugendliche, wie das Arbeiten mit Naturmaterialien oder das Mahlen von Getreide.
Die Gastronomiebetriebe werden lokale Produkte in einem mittelalterlichen Flair anbieten, wobei der Besuch der Taverne in den meisten Fällen eintrittsfrei ist. Um die Besuchserfahrung für Familien zu optimieren, werden Rabatte für Gruppen und Schulklassen vorgesehen. Die Barrierefreiheit wird ebenfalls berücksichtigt, sodass viele Bereiche stufenlos zugänglich sein werden.
Wirtschaftliche Perspektiven
Die Eröffnung der „Erlebniswelt Markstein“ soll bis zur Gartenschau 2029 erfolgen. Der Park wird derzeit noch geplant und kann daher noch nicht besucht werden, aber das Feedback von Bürgern wird in die Entwicklungen integriert. Es wird davon ausgegangen, dass der Park jährlich 2,2 Milliarden Euro Umsatz aus Freizeit- und Themenparks ankurbeln kann, was im Einklang mit den aktuellen Trends in der Branche steht, wie Statista feststellt.
Die Entwicklung eines neuen Erlebnisparks in Vaihingen an der Enz birgt das Potenzial, nicht nur die lokale Wirtschaft anzukurbeln, sondern auch ein neuartiges Freizeitangebot für Besucher zu schaffen. Der nächste wichtige Schritt steht nun mit der Abstimmung im Gemeinderat bevor.