In der sich stetig wandelnden politischen Landschaft ist das Thema Sorgearbeit ein zentraler Bestandteil, den auch die politische Kandidatin Meike Günter in den Fokus rückt. Günter tritt als Direktkandidatin für Vaihingen im Kreisverband an und bringt ihre Perspektive als studierte Sozialpädagogin in die Diskussion ein. Ihre Schwerpunkte liegen auf sozialen Themen und der Stärkung des Ehrenamts, wobei sie besonders die Bedeutung von Carearbeit in der Gesellschaft betont. Laut Bietigheimer Zeitung sollen dabei nicht nur Kinderbetreuung, sondern auch Altenpflege und ehrenamtliche Tätigkeiten in den Vordergrund gerückt werden.

Günter fordert die Schaffung entsprechender Strukturen, die es ermöglichen sollen, dass Teilzeitarbeit für alle zugänglich ist. In ihrer Argumentation verweist sie auf das aktuelle gesellschaftliche Ungleichgewicht und die Herausforderungen, die sich für viele Familien ergeben. Auch Felix Banaszak, der Bundesvorsitzende, äußert sich zu diesen Themen. Er mahnt an, dass sich die politische Landschaft von emotionalen Themen wie „Lifestyle-Teilzeit“, Gendern oder Fleischkonsum zurückziehen sollte, um sich auf die praktischen Probleme der Menschen zu konzentrieren.

Gender Care Gap und seine Auswirkungen

Ein Kernproblem, das im Zusammenhang mit der Sorgearbeit steht, ist der sogenannte Gender Care Gap. Dieser beschreibt die ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen. Frauen wenden im Durchschnitt 43,4 Prozent mehr Zeit für solche Aufgaben auf als Männer, was 76 Minuten Unterschied pro Tag entspricht. Die Zahlen basieren auf der Zeitverwendungserhebung (ZVE) des Statistischen Bundesamtes, die zeigt, dass Frauen pro Woche knapp 29 Stunden und Männer knapp 20 Stunden mit unbezahlter Sorgearbeit verbringen (BMBF.

Die ungleiche Verteilung ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern hat auch wirtschaftliche Auswirkungen: Frauen haben durch den höheren Zeitaufwand für unbezahlte Sorgearbeit Nachteile in Bezug auf Entlohnung, berufliche Chancen und auch in der Altersvorsorge. Die letzte ZVE fand im Jahr 2022 statt und die Ergebnisse zeigen, dass der Gender Care Gap im Vergleich zur Erhebung von 2012/2013 zwar verringert wurde, aber immer noch erheblich ist.

Eine kritische Betrachtung der Rollenbilder

Die Herausforderungen rund um die Sorgearbeit sind nicht nur in heterosexuellen Partnerschaften evident. Eine erweiterte Forschung untersucht, wie Care-Arbeit in Regenbogenfamilien verteilt ist. In heterosexuellen Paaren übernehmen Frauen in der Regel den Großteil der Sorgearbeit, während in homosexuellen Partnerschaften die Aufteilung gleichmäßiger sein könnte (Bundesstiftung Gleichstellung.

Studien legen nahe, dass insbesondere in lesbischen Beziehungen Frauen weniger Zeit mit Care-Arbeit verbringen, während in schwulen Partnerschaften die Männer oft mehr Verantwortung übernehmen. Dennoch bleibt der Gender Care Gap auch hier bestehen, insbesondere wenn Kinder im Spiel sind. Solche Ergebnisse sind entscheidend, um die historisch gewachsenen Rollenbilder zu hinterfragen und eine gerechtere Verteilung der Arbeit zu fördern.

Die Diskussion über Carearbeit und ihre gesellschaftliche Anerkennung bleibt zentral, um eine strukturelle Veränderung zu erreichen, die sowohl Männer als auch Frauen in ihrer Verantwortung unterstützt. Meike Günter könnte mit ihrer Kandidatur einen wichtigen Impuls in diese Richtung geben und die Politik dazu ermutigen, praktische Lösungen zu finden, die allen gesellschaftlichen Gruppen zugutekommen.