Am Pfingstmontag, dem 9. Juni 2025, feierte die Stadt Vaihingen an der Enz ihren traditionellen Maientag, der Tausende von Besuchern anlockte. Der Umzug, die Hauptattraktion des Festes, war ein unvergessliches Ereignis und zog die Blicke zahlreicher Schaulustiger auf sich. Oberbürgermeister Uwe Skrzypek hob die verbindende Wirkung des Festes hervor und würdigte die lange Tradition, die bis ins Jahr 1687 zurückreicht, als der Maientag ursprünglich als Schulfest ins Leben gerufen wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich diese Feier zu einem bedeutenden Ereignis für die gesamte Bürgerschaft.

Die Stadt Vaihingen lud vom 6. bis 10. Juni 2025 zu diesem Fest ein, das zu den ältesten weltlichen Feiern der Region zählt. Ursprünglich zogen Lateinschüler und Lehrer zu einem nahegelegenen See, um einen Tag mit Spielen und Tänzen zu verbringen. Heute präsentieren sich zum Maientag über 100 Gruppen und mehr als 2.000 Teilnehmer in bunter Kleidung, darunter auch viele jugendliche Darsteller.

Vielfältige Darbietungen im Umzug

Der Festzug eröffnet wurde vom Musikverein Vaihingen mit einem beeindruckenden Trommelwirbel. Während des Umzugs traten zahlreiche Gruppen auf, darunter historische Darstellungen wie der Keltenfürst von Hochdorf und die alemannische Sippe. Auch die Darstellung der Aufständischen des Armen Konrad von 1514 sowie Kaiser Karl V. und Isabella fanden großen Anklang bei den Zuschauern. Blumenmädchen und Fanfarenbläser sorgten zusätzlich für festliche Stimmung.

Besondere Highlights waren die Darbietungen aus den Teilorten, wo Kapellen und lokale Vereine mit akrobatischen Einlagen und Tänzen begeisterten. Eva-Maria Kleisz, Gastrednerin und Autorin, inspirierte die Anwesenden mit ihren persönlichen Jugenderinnerungen und unterstrich das diesjährige Motto des Maientags, das von Astrid Lindgren und ihrer Figur Pippi Langstrumpf inspiriert wurde. Die Köszegs Weinkönigin Flóra Tóth wirkte ebenfalls als Musikerin mit und zeigte sich von ihrem Besuch in Vaihingen begeistert.

Ein Fest voller Tradition und Geschichte

Nach einem regnerischen Start am Morgen hatte sich das Wetter schließlich zum Besseren gewendet, und die Sonne sorgte für gute Bedingungen während der Feierlichkeiten. Die Wurzeln des Maientags reichen bis ins späte Mittelalter zurück, mit ähnlichen Festen in Nürtingen, Ravensburg und Lauffen am Neckar. Im 18. Jahrhundert begann das Fest, auch Besucher von außerhalb anzuziehen und verwandelte sich damit zu einem großen Event für die gesamte Gemeinde.

Das lebendige Treiben und die vielen farbenfrohen Darbietungen machten klar, dass der Maientag nicht nur ein historisches Erbe, sondern auch ein Zeichen für den Gemeinschaftsgeist der Stadt ist. Ob durch Musik, Tanz oder historische Reenactments, der Maientag in Vaihingen bleibt ein fester Bestandteil des kulturellen Kalenders der Region und zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucher an. Daher ist die Vorfreude auf die kommenden Ausgaben dieses einzigartigen Festes berechtigt.