Mercedes-Benz hat am 1. Juli 2025 den Hochlauf der Serienproduktion für den neuen elektrischen CLA in Untertürkheim offiziell gestartet. Die Produktion konzentriert sich auf die 800-Volt-Antriebseinheiten, die für die Hinterachse des neuen Modells bestimmt sind. An der Entwicklung dieser Antriebseinheiten ist der Standort Untertürkheim maßgeblich beteiligt, der als traditionsreicher Produktionsstandort mit über 120 Jahren Geschichte gilt. Mit der Einführung der elektrischen Antriebe setzt Mercedes-Benz einen weiteren Schritt in Richtung Elektromobilität, was als „erfolgreicher Hochlauf“ bezeichnet wird. In einer Zeit, in der sich die Autoindustrie erheblich verändert, spielt das Werk in Untertürkheim eine Schlüsselrolle im Wandel zur E-Mobilität. Electrive berichtet, dass die Fertigung und Montage der neuen Komponenten eine wichtige Ergänzung zum Produktspektrum des Standorts darstellen.
Die elektrischen Antriebseinheiten des CLA umfassen Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe, welche alle im eigenen Haus entwickelt werden. Die Antriebseinheiten bestehen hauptsächlich aus einer Heckantriebsstruktur. Der CLA250+ wird als Hecktriebler angeboten, während das Modell CLA 350 4MATIC mit einem Allradantrieb ausgestattet ist, dessen Leistung jedoch von einem Zulieferer stammt. Die eigens entwickelte Hinterachse wird in Untertürkheim gefertigt, das auch über eine Montagelinie von etwa 10.000 Quadratmetern verfügt, die eine Länge von 1.000 Metern hat. Diese Montagelinie umfasst mehr als 200 manuelle und automatisierte Prozesse, die für die Produktion der innovativen Antriebseinheiten erforderlich sind, wie MB Passion hervorhebt.
Standort und Fertigung
Die verschiedenen Komponenten für die Antriebseinheit werden nicht nur in Untertürkheim, sondern auch in Mettingen und Hedelfingen gefertigt. In Mettingen erfolgt die Montage der elektrischen Achsen, die anschließend als Komplettsystem nach Rastatt geliefert werden. Jörg Burzer, Mitglied des Mercedes-Vorstands, hebt die Flexibilität des Standorts Untertürkheim hervor und positioniert ihn als zukünftigen Produktionsstandort für Antriebsumfänge des Top-End Segments. Zudem wird der Werksteil Brühl zukünftig eine Batteriemontage integrieren, was die Produktionskapazitäten weiter steigern wird.
Der Standort Untertürkheim beschäftigt insgesamt rund 23.000 Mitarbeiter, davon sind 13.500 in der Produktionsabteilung tätig. Jährlich verlassen über zwei Millionen Komponenten das Werk, darunter Motoren, Getriebe, Achsen und Batterien. Michael Häberle, Betriebsratsvorsitzender in Untertürkheim, betont die Rolle des Standorts als Leitwerk für Antriebstechnologien. Zudem ist die Montagehalle 141, die für die neuen E-Antriebe umgebaut wurde, zuvor für die Montage von Verbrennungsmotoren genutzt worden. Damit manifestiert sich der Wandel in der Produktionstechnik und der Antriebstechnologie bei Mercedes-Benz in Stuttgart.
Die Fertigung im Werk Untertürkheim ist zudem CO₂-neutral und vollständig in das digitale Ökosystem MO360 eingebunden, was die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit weiter steigert. Diese Entwicklungen sind Teil einer neuen Betriebsvereinbarung, die zusätzliche Produktionsumfänge im Top-End Segment sichert. Zusammengefasst zeigt sich, dass Mercedes-Benz den Standort Untertürkheim als Schlüsselstandort im globalen Produktionsnetzwerk für Elektromobilität etabliert und gleichzeitig den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.