Die neuesten Quartalszahlen von Mercedes-Benz zeigen einen besorgniserregenden Rückgang der Unternehmensgewinne. Im dritten Quartal 2025 sanken die Gewinne des Automobilherstellers um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Dies wurde insbesondere durch niedrige Absatzzahlen, die hohen US-Zölle und die Kosten des Stellenabbaus verursacht. Laut Tagesschau fiel das Konzernergebnis von Juli bis September um mehr als 30 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.
Der Nettogewinn des Unternehmens sank in den ersten neun Monaten des Jahres auf 3,9 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 50 Prozent entspricht. Auch das operative Ergebnis brach um 70 Prozent auf 750 Millionen Euro ein, wobei das bereinigte Ebit bei 2,1 Milliarden Euro lag. Der Umsatz reduzierte sich um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Vorstandschef Ola Källenius erklärte, dass die Ergebnisse mit den Prognosen für das Gesamtjahr übereinstimmen.
Marktherausforderungen und Absatzrückgänge
Ein wesentlicher Faktor für den Gewinnrückgang ist der signifikante Rückgang der Verkaufszahlen. Im dritten Quartal verkaufte Mercedes-Benz 12 Prozent weniger Autos als im Vorjahr, was einem Rückgang auf 525.300 Fahrzeuge entspricht. In China betrug der Absatzrückgang sogar alarmierende 27 Prozent, während der Absatz in den USA um 17 Prozent fiel. Diese schwierigen Marktbedingungen werden durch hohe Einfuhrzölle in den USA verstärkt. Obwohl der Zoll von April bis Juli 27,5 Prozent betrug, liegt er seit August bei 15 Prozent, was die Situation jedoch nicht entscheidend verbessert hat, da der Großteil der in den USA verkauften Fahrzeuge importiert wird, wie 20 Minuten berichtet.
Die Automobilindustrie in Europa, von der rund 13 Millionen Arbeitsplätze abhängen, steht vor massiven Herausforderungen. Politische Entscheidungen, insbesondere das geplante Verbot von Verbrennungsmotoren bis 2035, belasten den Markt zusätzlich. Laut Zeit sind die deutschen Autoexporte nach China seit 2022 um 70 Prozent gesunken, was die Notwendigkeit betont, sich schnelleren Veränderungen anzupassen.
Zukunftsstrategien von Mercedes
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plant Mercedes-Benz eine Modelloffensive und Einsparungen, um die Produktionskosten bis 2027 um zehn Prozent zu senken. Rund 40.000 Beschäftigten in Deutschland wurde die Möglichkeit eines freiwilligen Ausscheidens gegen Abfindungen angeboten. Im dritten Quartal verbuchte das Unternehmen Restrukturierungskosten von 876 Millionen Euro, um sich auf die zukünftigen Marktbedingungen einzustellen.
Die Elektrifizierung des Fahrzeugportfolios erfolgt im Kontext steigender Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen, die von 19 Prozent im Vorjahr auf voraussichtlich zwischen 20 und 22 Prozent steigen soll. Angesichts der schwachen wirtschaftlichen Lage und des Handelsstreits mit China bleibt jedoch abzuwarten, wie schnell Mercedes-Benz die gewünschte Wende erzielen kann.