In Stuttgart ist ein bemerkenswertes Projekt im Gange, das den Fußball für Kinder mit motorischen Beeinträchtigungen zugänglich macht. Seit Januar 2025 trainieren die kleinen Athleten unter dem Namen „Fußballlöwen“ beim TB Untertürkheim. Diese Initiative bietet den Kindern eine Plattform, auf der sie ihre Leidenschaft für den Sport ausleben können – eine Möglichkeit, die in regulären Vereinen oft nicht gegeben ist. Trainer Stefan Leihenseder ist stolz auf seine Schützlinge, die in der Gemeinschaft Unterstützung finden.

Ein prägnantes Beispiel für den Erfolg dieser Initiative ist der achtjährige Jaro, der kürzlich ein Tor erzielte und jubelnd über den Platz lief. Anton, ein weiteres Kind im Team, konnte ebenfalls ein Tor erzielen. Diese Erfolge sind nicht nur sportlich, sie symbolisieren auch die Integration und Teilhabe, die dieser Ansatz bietet. Der Football genießt in Deutschland eine hohe Beliebtheit und bildet eine hervorragende Basis für soziale Integration.

Inklusion im Sport

Fußball hat das Potenzial, Menschen zu verbinden – unabhängig von ihren körperlichen Fähigkeiten. Dies belegen auch zwei erfolgreiche Inklusionsteams in Deutschland: das Team United des SV Teutonia Köppern und die Team Incredibles der TG Jahn Trösel. Team United, das seit 2013 besteht, hat mittlerweile etwa 100 Mitglieder. Das Team Incredibles, das 2016 ins Leben gerufen wurde, umfasst aktuell 30 Spieler im Alter von 10 bis 25 Jahren. Beide Teams verfolgen das Ziel echter Inklusion, wovon auch Spieler ohne Handicap profitieren.

Die Gründung von Team United ist eng mit Bruno Pasqualotto verbunden, der maßgeblich daran arbeitete, gemeinsame Spielmöglichkeiten zu schaffen. Ursprünglich bestand das Team aus fünf Personen, darunter drei mit Handicap. Jan Ginader, ein Spieler mit Trisomie 21, gründete die Incredibles, nachdem er in regulären Mannschaften nicht mehr spielen konnte. Die Idee hinter diesen Teams ist es, nicht nur eine Handicap-Mannschaft zu bilden, sondern echte Integration zu leben.

Chancen und Herausforderungen

Die Trainer und die Organisationen hinter diesen Gruppen betonen, dass Integration im Fußball möglich ist, wenn entsprechende Anpassungen bei den Übungen vorgenommen werden. Team United hat die Philosophie, dass es keine Probleme gibt, sondern eine gelebte Teilhabe. Um eine erfolgreiche Integration zu unterstützen, hat die Tandem Young Coach-Ausbildung an Bedeutung gewonnen. In dieser Initiative arbeiten Trainerpaarungen, bestehend aus einer Person mit und einer ohne Handicap, gemeinsam an den Trainingseinheiten.

Timo und Jan Ginader sind ein solches Tandem und unterstützen sich gegenseitig beim Training. Inklusion erfordert Mut – die Empfehlung an andere Vereine lautet, einfach zu starten und anpacken. Die Programme werden durch die Football Club Social Alliance sowie die DFB-Stiftung Sepp Herberger und die DFL Stiftung unterstützt. Solche Initiativen bringen nicht nur Kinder zusammen, sie zeigen auch, wie viel Freude und Zusammenhalt der Fußball vermitteln kann.

Das Engagement in Stuttgart und anderen Städten für die Inklusion im Fußball ist ein hoffnungsvolles Zeichen für die Zukunft. Immer mehr Kinder, unabhängig von ihrem Handicap, finden Freude und Gemeinschaft im Sport, was über den Platz hinaus Wirkung zeigt. Fußball ist nicht nur ein Spiel; für viele ist es der Schlüssel zur Teilhabe und zur Überwindung von Barrieren.