Heute, am 12. Februar 2026, findet in Esslingen eine bedeutende Demonstration des Taxigewerbes statt. Die Taxifahrer aus Esslingen und Stuttgart haben einen Fahrzeugkorso mit 200 bis 300 Taxis organisiert, um auf die bedenkliche Situation der Branche aufmerksam zu machen. Der Korso wird sich über eine Strecke von ca. 4,5 Kilometern erstrecken, beginnend beim Jägerhaus und über die Römerstraße, Krummenackerstraße und Ulmer Straße bis nach Plochingen zum Landratsamt führen. Die Fahrzeuge werden dabei eine Geschwindigkeit von 20 bis 30 km/h einhalten.
Die Durchfahrt durch Esslingen ist für die Zeit zwischen 13:30 Uhr und voraussichtlich 14:30 bis 15:00 Uhr angesetzt. Die Polizei wird den Korso begleiten, und es ist mit Verkehrsbehinderungen in Fahrtrichtung des Korsos zu rechnen. Allerdings bleiben die Straßen in Gegenrichtung grundsätzlich befahrbar. Zudem müssen Fahrgäste mit möglichen Verzögerungen bei den Buslinien des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen rechnen, auch wenn die Busse nach Möglichkeit wieder in die reguläre Fahrplanlage zurückgeführt werden sollen. Weitere Informationen zur Demonstration sind auf der offiziellen Webseite der Stadt Esslingen zu finden hier.
Protest gegen unfaire Wettbewerbsbedingungen
Die Taxifahrer fühlen sich in ihrer Existenz bedroht durch die wachsende Konkurrenz von plattformbasierten Mietwagenfirmen wie Uber, Free Now und Bolt. Tolga Karakas, der Vorstandsvorsitzende des Stuttgarter Taxiverbandes, hat heftige Kritik am Esslinger Landratsamt geübt. Seiner Meinung nach vergibt die Behörde zu viele Mietwagenkonzessionen und kontrolliert die neuen Fahrdienste viel zu lax. Diese ungleiche Wettbewerbsbedingungen, bei denen Taxiunternehmen an strenge gesetzliche Vorgaben gebunden sind, während App-basierte Dienste größere Freiheiten genießen, werden als ernstes Problem für die Taxifahrer angesehen. Weitere Informationen zu den Hintergründen des Protestes finden Sie hier.
Die zentrale Forderung der Taxifahrer ist die Einführung einheitlicher Mindestarife für alle Anbieter, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Aktuell müssen Taxiunternehmen feste Tarife einhalten, die je nach Stadt variieren, während Plattformanbieter ihre Preise frei festlegen können. Diese Mindestpreise werden als Schutz gegen subventionierte Plattformmodelle angesehen und könnten helfen, die Position der Taxiunternehmen zu stärken.
Ausblick und Handlungsmöglichkeiten
Patrick Meinhard, ein Vertreter des Taxi- und Mietwagenverbands Deutschland, fordert flächendeckende Mindesttarife und Tarifkorridore. Die Diskussion über verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Taxiunternehmen wird intensiv geführt. Während einige, wie der Bolt-Deutschlandchef Christoph Hahn und Uber, vor Mindestpreisen warnen und argumentieren, dass diese die Verbraucher belasten würden, sehen Verkehrsforscher wie Andreas Knie Mindestpreise als nicht funktional an und empfehlen eine Flexibilisierung der Tarifstruktur für Taxis.
Insgesamt sind die Umsatzrückgänge bei vielen Taxiunternehmen alarmierend, und es gibt Berichte über die Rückgabe von Lizenzen sowie sinkendes Einkommen der Fahrer. Die derzeitige Lage macht deutlich, dass es dringend notwendig ist, die Bedingungen für alle Mobilitätsdienstleister zu überdenken, um den Herausforderungen, die durch die Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle entstanden sind, gerecht zu werden. Weitere Informationen zu den Forderungen und Vorschlägen finden Sie hier.