Die in Stuttgart ansässige Punkband „Horizontaler Gentransfer“ hat in den letzten Jahren für Aufsehen gesorgt. Gegründet wurde die Band 2022 im Rahmen der Diplomarbeit von Mizi Lee an der Kunstakademie Stuttgart. Mizi, die 2014 aus Seoul nach Stuttgart zog, wurde von der Schwäbischen Butterbrezel inspiriert und initiierte gemeinsam mit fünf anderen Künstlerinnen die Formation. Die Bandmitglieder, zu denen auch Yun Park, Jerry Ahn, Seonha Park und Lilian Gonzalez gehören, sind größtenteils aus Südkorea und bringen ihre persönlichen Erfahrungen in die Musik ein. Hanseo Oh, ein weiteres Mitglied, ist nicht im Bild der aktuellen Banddarstellung zu sehen.

Die Band hat sich dem sogenannten „Butterbrezel-Punk“ verschrieben, einer Mischung aus ernstem Inhalt, der mit punkigen und humorvollen Elementen verpackt wird. Ihr erstes Lied trägt den Titel „Butter (Bretzel)“ und behandelt das Migrantinnenleben in Stuttgart. Die Texte der Band bieten ironische Einsichten in das Leben als Ausländerinnen in Deutschland und basieren auf den eigenen Erfahrungen sowie den Slogans der Stuttgarter Werbewirtschaft. Mizi Lee fand beispielsweise die Slogans „Gib’s mir“ und „Stuttgart macht’s rein“ zunächst rätselhaft. Erst nach einer Dekade verstand sie deren Bedeutung und erkannte, dass diese teuer produziert wurden, um die Bürger zum Müllentsorgen zu animieren. Diese Erfahrungen fließen in die Musik der Band ein, was die Texte besonders authentisch macht.

Tour und neues Album

Aktuell tourt „Horizontaler Gentransfer“ durch Deutschland und arbeitet an ihrem zweiten Album. Die Band hat sich schnell einen Namen gemacht und zieht nicht nur durch ihre musikalische Vielfalt, sondern auch durch die thematische Tiefe ihrer Texte das Publikum in ihren Bann. Besondere Aufmerksamkeit erhalten sie durch die Mischung aus kulturellen Einflüssen und den Herausforderungen, die Migrantinnen in einem neuen Land gegenüberstehen.

Die musikalische Schaffenskraft von „Horizontaler Gentransfer“ spiegelt eine spannende künstlerische Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und den Lebensrealitäten in Stuttgart wider. Zudem fördern sie durch ihre Kunst den interkulturellen Dialog und bringen damit ein Stück ihrer Heimat in die deutsche Musiklandschaft ein. Die Band ist ein eindrucksvolles Beispiel für das Potenzial von Kunst und Musik, soziale Themen aufzugreifen und gleichzeitig zu unterhalten.

Die Entwicklung von „Horizontaler Gentransfer“ darf mit Spannung beobachtet werden, da die Band sich in einem kreativen Umfeld bewegt, das voller Möglichkeiten steckt. Die Herausforderung, in einem neuen Land Fuß zu fassen, wird durch ihre Kunst in eine kraftvolle musikalische Botschaft umgesetzt.

Für weitere Informationen zu der Band besuchen Sie bitte die Berichte auf Zeit und SWR.