Der Stuttgarter Immobilienmarkt zeigt weiterhin eine positive Entwicklung, wie die jüngste Auswertung des Gutachterausschusses belegt. Im Jahr 2025 wurden 3.112 Bestandswohnungen verkauft, was einer Transaktionssteigerung von 10 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch der Umsatz stieg um 10 %. Auffällig ist der Anstieg der Eigentumsüberschreibungen von Neubauwohnungen, der im Jahresvergleich um über 30 % zunahm.

Die Zahlen aus Stuttgart zeigen, dass im Bereich Wohnungs- und Teileigentum die Transaktions- und Umsatzzahlen jeweils um 11 % gestiegen sind. Insgesamt wurden 161 Neubauwohnungen verkauft, wobei der Umsatz in diesem Segment 14 % über dem Wert von 2024 liegt. Trotz dieser positiven Entwicklungen ist die Lage auf dem Immobilienmarkt differenziert, da die Transaktionen bei bebauten Grundstücken um 12 % gestiegen sind, der Geldumsatz jedoch um 0,5 % sank.

Marktentwicklung im Kontext

Die Rückgänge im Umsatz und die variierende Marktentwicklung können teilweise auf einen Mangel an großvolumigen Verkäufen zurückgeführt werden. Die Prognosen für den Bau- und Immobilienmarkt zeigen seit 2022 eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Hypothekenzinsen haben unter dem Höchststand von November 2023 nachgelassen, was sich positiv auf die Anzahl neu abgeschlossener Hypothekendarlehen auswirkt, die seit April 2024 zunimmt. Dies könnte nicht nur konjunkturelle Impulse setzen, sondern auch die Erholung der Immobilienpreise beschleunigen.

Im Jahr 2024 wurden jedoch nur rund 216.000 neue Wohnungen in Deutschland gebaut, was 14 % weniger als im Vorjahr bedeutet. Das höhere Ziel der Ampel-Koalition, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu erstellen, bleibt somit weit entfernt. Auch die Baukosten sind nach wie vor hoch, was die Neubautätigkeit dämpft und somit zu einer Verschärfung der Wohnungsnot, besonders in Ballungsräumen, führt.

Auswirkungen und Zukunftsperspektiven

Die Bundesregierung hat Maßnahmen zur Unterstützung des bezahlbaren Wohnraums ergriffen, einschließlich einer deutlichen Förderung des sozialen Wohnungsbaus, bei dem im Jahr 2024 fast 62.000 Wohneinheiten unterstützt wurden. Dies stellt einen Anstieg um 51 % im Vergleich zu 2022 dar. Dennoch bleibt die Zahl der Baugenehmigungen ein kritisch zu beobachtender Parameter: 2024 sank diese, was die bereits angespannten Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft weiter erschwert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Stuttgart in seinen spezifischen Märkten wächst, während der gesamtdeutsche Wohnungsbau, insbesondere in Bezug auf Neubauten und Baugenehmigungen, vor erheblichen Herausforderungen steht. Deutschlands Wohnungsknappheit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, und es bleibt abzuwarten, wie die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung in den kommenden Jahren greifen werden.