Der Automobilzulieferer Mahle aus Stuttgart sieht sich gezwungen, seine Belegschaft global zu reduzieren. Unternehmenschef Arnd Franz hat in einem Gespräch mit der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ bekannt gegeben, dass der Konzern plant, weltweit 1.000 Stellen abzubauen. Dieser Schritt wird vor allem durch die anhaltende Krise in der Automobilbranche und insbesondere die schwache Marktlage bedingt. Die Stellenstreichungen betreffen vor allem die administrativen Bereiche sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen.
Ein zentraler Aspekt der Umstrukturierung ist die geplante Einsparung von jährlich 150 Millionen Euro, beginnend im kommenden Jahr. Diese Einsparungen sollen zur Hälfte durch Reduzierungen bei den Personalkosten und zur anderen Hälfte durch gesenkte Sachkosten erreicht werden. Besonders stark betroffen sind die Standorte in Deutschland, wo Mahle mit einer mittleren dreistelligen Anzahl an Arbeitsplatzverlusten rechnet.
Soziale Maßnahmen und Gespräche mit Arbeitnehmervertretern
Der Konzern plant, den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten. Hierzu sollen Abfindungs- und Vorruhestandsprogramme eingesetzt werden. Wie Arnd Franz ankündigte, werden zeitnah Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geführt, um die betroffenen Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen. Der Hauptsitz in Stuttgart wird hierbei besonders in den Fokus genommen, da etwa die Hälfte der Einsparungen in Deutschland realisiert werden soll.
Nach Angaben von swp.de ist der Stellenabbau ein weiteres Zeichen für die prekäre Situation der Automobilindustrie, die durch Faktoren wie den geplanten Ausstieg aus der Verbrenner-Technologie, neue US-Zölle sowie den intensiven Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen belastet ist. Im Juli 2025 hatte Mahle bereits 600 Stellen in Deutschland abgebaut, wodurch die Belegschaft bis Ende 2024 auf etwa 10.000 Mitarbeiter reduziert wurde.
Die Entscheidung zur Bruttopersonalanpassung reflektiert die strategischen Herausforderungen, vor denen Mahle steht. Diese Entwicklung könnte große Auswirkungen auf die Automobilindustrie in Deutschland haben und verstärkt die Diskussion über die Zukunft der Branche.