Am ehemaligen Schoch-Areal in Stuttgart-Feuerbach wird ein urbanes Wohn- und Arbeitsquartier entwickelt, das Maßstäbe für zukünftige Stadtplanungen setzen soll. Das Projekt ist Teil der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA’27) Stadt Region Stuttgart und verfolgt das Ziel der nachhaltigen Stadtentwicklung, sozialen Durchmischung und architektonischen Qualität. Der Standort am Wiener Platz wird als „Tor zu Feuerbach“ bezeichnet und soll eine wichtige Rolle in der urbanen Entwicklung der Region spielen, wie Stuttgarter Zeitung berichtet.

Das Areal von etwa 2,6 Hektar ist zentral zwischen dem Bahnhof Feuerbach und dem Stadtbezirkszentrum gelegen und wird in drei Baufelder aufgeteilt. Der Baubeginn dieses innovativen Projekts fand im November 2022 statt, die Fertigstellung der ersten Bauabschnitte ist bis voraussichtlich 2028 angestrebt. Projektträger ist die Baugenossenschaft Neues Heim, die hier rund 120 Wohneinheiten schaffen wird. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den sozialen Wohnformen, wie beispielsweise einer Kita mit sechs Gruppen, Tagespflege und Clusterwohnungen. Darüber hinaus sollen auch Gewerbe und Gastronomie in den Erdgeschosszonen integriert werden.

Nachhaltigkeitskonzept und Architektur

Die architektonische Planung obliegt den Thomas Schüler Architekten sowie den Landschaftsarchitekten von faktorgrün. Dies umfasst unter anderem eine abwechslungsreiche Fassadengestaltung und eine Versorgung mit klimaneutraler Wärme durch die Nutzung von Umweltwärme aus einem Abwasserkanal. Zudem werden Photovoltaikanlagen installiert, und es wird eine Ladeinfrastruktur für Elektromobilität geschaffen. Durch diese Maßnahmen kann ein CO2-Einsparpotenzial von etwa 1.200 Tonnen pro Jahr im Vergleich zu konventionellen Bauweisen erreicht werden.

Das Projekt verfolgt nicht nur ökologische Ziele, sondern auch soziale Aspekte. Soziales Quartiersmanagement wird seit 2022 durch die Baugenossenschaft sichergestellt, um Nachbarschaftsnetzwerke aufzubauen sowie Veranstaltungen und Workshops zu organisieren. Ein zentraler Treffpunkt wird die „Wasch-Bar“ sein, die in den geplanten Innenhöfen für Freizeitaktivitäten zur Verfügung steht und Raum zum Gärtnern und Entspannen bietet. Die Integration dieser Gemeinschaftsräume zeigt, wie wichtig soziale Teilhabe in der modernen Stadtentwicklung ist.

Städtische Herausforderungen und Chancen

Die vorliegende Entwicklung stellt ein Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung dar, die auf den Herausforderungen städtischer Transformation reagiert. Laut dem Fraunhofer IESE Blog ist die nachhaltige Stadtentwicklung entscheidend für das Wohlergehen zukünftiger Generationen. Die urbane Raumplanung muss nicht nur ökologisch verträglich, sondern auch wirtschaftlich tragfähig und sozial gerecht sein; dies ist besonders in Zeiten des Schnellwachstums urbaner Populationen von Bedeutung.

Durch die Implementierung neuer Technologien, darunter digitale Zwillinge, könnten die Nachhaltigkeitsziele dieses Projekts weiter optimiert werden. Digitale Modelle könnten eine präzise Analyse der Umweltbedingungen ermöglichen und die Planung sowie Nutzung der Flächen optimieren. Dieses ganzheitliche Konzept zeigt auf, wie innovative Ansätze bei der Stadtentwicklung sowohl ökologische als auch soziale Fortschritte ermöglichen können.