Die Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel stellt eine bedeutende Nord-Süd-Achse im europäischen Eisenbahnnetz dar, die täglich von über 300 Zügen befahren wird. Doch momentan wird der Zugverkehr auf dieser wichtigen Strecke erheblich durch umfangreiche Bauarbeiten eingeschränkt. Wie SWR berichtet, kam es von Freitagabend bis Montagmorgen zu erheblichen Einschränkungen, einschließlich der Absage aller Fernverkehrszüge zwischen Freiburg und der Schweiz und dem Ausfall der meisten Regionalzüge.
In dieser Zeit verkehren lediglich Züge zwischen Basel und Müllheim, und dies nur im zwei-Stunden-Takt. Reisende müssen zurzeit mit deutlich verlängerten Reisezeiten rechnen, da Ersatzbusse bereitgestellt werden. Diese Busse sind jedoch nicht Teil des gewöhnlichen Verkehrs und benötigen ein Ticket für den Fernverkehr. Das Deutschlandticket gilt hierbei nicht, was zusätzlichen Unmut bei den Reisenden verursacht.
Fortschritte bei der Infrastruktur
Die Gründe für diese Einschränkungen sind tiefgreifende Bauarbeiten zum Ausbau der Rheintalbahn. Der derzeitige Ausbau sieht eine Umstellung der Strecke auf vier Gleise vor, um die Zuggeschwindigkeit auf bis zu 250 km/h zu erhöhen. Hierzu wird aktuell an den neuen Fernverkehrsgleisen südlich von Freiburg gearbeitet. Bis zur vollständigen Fertigstellung des Ausbaus ist jedoch noch viel Geduld gefragt, da die Planungen bis zum Jahr 2041 angesetzt sind, wie Stuttgarter Nachrichten anführt.
Am vergangenen Wochenende kam es am Freiburger Hauptbahnhof zu unglücklichen Szenen, als Hunderte Reisende durch die plötzlichen Ausfälle strandeten. Laut Berichten der Deutschen Bahn waren Servicekräfte, das Technische Hilfswerk (THW) und der Rettungsdienst im Einsatz, um betroffenen Reisenden zu helfen und Wasserflaschen zu verteilen. Die Lage blieb insgesamt ruhig, jedoch kam es vereinzelt zu medizinischen Einsätzen wegen kollabierter Personen.
Zukunftsausblick und Herausforderungen
Die Gesamtsituation wirft ein Schlaglicht auf die bestehenden Herausforderungen im deutschen Schienennetz. Die Allianz pro Schiene hat auf einen Investitionsstau von erschreckenden 110 Milliarden Euro hingewiesen, der nicht nur die Rheintalbahn, sondern das gesamte Netz belastet. Der aktuelle Stand hat auch Auswirkungen auf die Pünktlichkeit der Regionalzüge in Baden-Württemberg, die zuletzt bei 88 Prozent lag, während sie 2014 noch bei 93 Prozent lag. Ein Zug gilt als pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat.
Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt in der Bahn-App über aktuelle Fahrplanänderungen zu informieren und Sitzplätze zu reservieren, um die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten. Da am Wochenende mit vielen Reisenden zu rechnen ist, sollten sich alle Reisenden gut vorbereiten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.