Die Landeshauptstadt Stuttgart hat einen mutigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen Verkehrsgestaltung unternommen. Täglich verzeichnen die Straßen der B14 über 170.000 Fahrzeuge, die momentan als eine Art „Stadtautobahn“ fungieren. Doch das soll sich nun ändern: Eine Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung zwischen Marienplatz und Schwanenplatz ist gestartet, um einen lebendigen Stadtraum zu schaffen, der mehr Platz für Aufenthalt und städtisches Leben bietet. Dies ist der erste Schritt in die Zukunft, wie Stuttgarter Nachrichten berichtet.
Im Rahmen dieses Plans wird ein umfassender Rahmenplan entwickelt, der die Verkehrsinfrastruktur neu aufteilen soll. Dabei spielen die Ergebnisse eines städtebaulichen Wettbewerbs eine entscheidende Rolle. Die Gewinner, die asp Architekten GmbH und Koeber Landschaftsarchitekten, haben die Aufgabe, diesen neuen Stadtraum zu gestalten. Der Fokus liegt dabei auf der Integration aller Fortbewegungsarten, ob zu Fuß, per Rad, Auto oder Bus. Die städtische Initiative bietet die Chance, eine umweltfreundlichere und lebenswertere Umgebung zu schaffen, wie auch Stuttgart meine Stadt erläutert.
Verkehrsreduktion und Umweltmaßnahmen
Die Verkehrsuntersuchungen zeigen, dass zwischen dem Heslacher Tunnel und dem Schwanenplatztunnel täglich bis zu 174.000 Fahrzeuge unterwegs sind, darunter über 10.000 Fahrzeuge im Durchgangsverkehr. Ziel der Neugestaltung ist eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens um 50%. Zudem könnten Maßnahmen im Klimamobilitätsplan den Autoverkehr um 16% senken. Hierzu gehören ein effektives Parkraummanagement, ein Tempolimit von 40 km/h sowie die Erhöhung der Parkgebühren. Diese Ansätze orientieren sich auch an erfolgreichen Beispielen aus Städten wie Kopenhagen und Paris, wie BMDV darüber berichtet.
Ein wichtiges Element der Umgestaltung sind neue Grün- und Freizeitflächen, die entstehen sollen, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Mehr als 1.000 neue Bäume werden entlang der B14 gepflanzt, was nicht nur das Wohlbefinden verbessert, sondern auch zur Minderung von Hitze beitragen soll. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Entsiegelung sowie ein Regenwassermanagement eingeführt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.
Beteiligung und Ausblick
Die Bürgerbeteiligung wird durch das Büro planbar hochdrei organisiert und bietet ab Oktober 2025 die Möglichkeit, Anregungen und Ideen zur Nutzung und Ausstattung der Flächen einzubringen. Eine Auftaktveranstaltung fand bereits am 17. Oktober statt. Zudem werden aktuelle Pläne und ein Modell der B14 vom 21. Oktober bis 10. Dezember in Stuttgart Rosenstein ausgestellt, wo die Öffentlichkeit freien Eintritt hat.
Diese Neugestaltung wird nicht nur den Raum zwischen Marienplatz und Schwanenplatz betreffen, sondern auch die Lebensqualität ganz Stuttgarts nachhaltig verbessern. Es ist ein umfassender Plan, der auf Jahrzehnte hin angelegt ist, mit dem Ziel, eine fußgängerfreundliche, inklusive Stadt zu kreieren, in der alle Verkehrsteilnehmer respektiert und die Übergänge zwischen den Fortbewegungsmitteln erleichtert werden.