Der Gemeinderat Stuttgart hat am 29. Januar 2026 die vierte Fortschreibung des städtischen Nahverkehrsplans beschlossen. Dieser Plan regelt die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Stuttgart für die nächsten fünf Jahre und setzt somit wichtige Impulse für die Mobilität der Stadt.

Trotz einer angespannten Haushaltslage hat die Stadtverwaltung entschieden, das bestehende Angebot zu sichern und den Nahverkehr weiterzuentwickeln. Martin Körner, Leiter des Grundsatzreferats für Klimaschutz, Mobilität und Wohnen, bringt die Herausforderung auf den Punkt: „Es fehlt der finanzielle Spielraum für einen umfassenden Ausbau.“ Daher liege der Fokus auf dem Erhalt des heutigen Angebots sowie der Sicherung der Qualität und Zuverlässigkeit im ÖPNV, um Leistungskürzungen zu vermeiden.

Geplante Maßnahmen zur Stadtbahn- und Busverbesserung

Der neue Nahverkehrsplan umfasst mehrere bedeutende Projekte. Dazu gehören die geplante Verlängerung der U19 zum Mercedes-Benz-Museum sowie die Einführung einer neuen U25-Linie, die Plieningen und die Universität Hohenheim mit der Innenstadt verbinden soll. Diese Maßnahmen sollen schrittweise realisiert werden und ergänzen den Ausbau der Stadtbahn, für den ein neuer Betriebshof in Weilimdorf benötigt wird.

Darüber hinaus sind zudem Verbesserungen im Busverkehr geplant. Die Linie 47 wird eingeführt, und auf der Linie 42 sollen Taktverdichtungen umgesetzt werden, was einen Fünf-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit ermöglicht. Bürgerbeteiligungen aus einer Mobilitätsbefragung 2024 zeigen eine hohe Zufriedenheit mit den Stuttgarter Stadtbahnen, was die Stadt ermutigt, die enge Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) fortzusetzen.

Finanzielle Rahmenbedingungen und zukünftige Herausforderungen

Die geplanten jährlichen Einsparungen von etwa 25 Millionen Euro betreffen lediglich neue Projekte, während das bestehende Angebot gesichert bleibt. Um jedoch die Qualität des Nahverkehrs weiterhin zu gewährleisten, sind ambitionierte Finanzierungsstrategien sowie politische Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen notwendig. Gleichzeitig gibt es einen dringenden Bedarf an einem Pakt von Bund, Ländern und Kommunen zur Finanzierung der öffentlichen Mobilität, wie in einem Gutachten des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen hervorgehoben wird.

Die Herausforderungen für den öffentlichen Nahverkehr sind vielschichtig: Steigende Betriebskosten, Fachkräftemangel und unzureichende Fahrgeldeinnahmen erfordern tiefgreifende Reformen und Investitionen. Die Mobilität in Deutschland soll bis 2040 klimafreundlicher und für alle erreichbar gestaltet werden, was einen jährlichen Finanzierungsbedarf von bis zu 3,36 Milliarden Euro zusätzlich umfassen könnte, um das Angebot den steigenden Anforderungen anzupassen und auszubauen, so die Analyse des VDV.

Insgesamt steht der neue Nahverkehrsplan für Stuttgart als wichtiges Planungsinstrument der Stadt, das auch für die nächsten Jahre sowohl Herausforderungen als auch Chancen in der Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs birgt. Die Bürger wurden aktiv in die Planung einbezogen, und Vorschläge aus diesen Bürgerbeteiligungen sollen bereits zum nächsten Fahrplanwechsel berücksichtigt werden.

Für weitere Informationen können die Details im offiziellen Nahverkehrsplan von Stuttgart, dem Stuttgart Portal und dem VDV nachgelesen werden.