Die Stadt Stuttgart hat beschlossen, die Verkehrsplanung in Stuttgart-Ost zu ändern. Ein Abschnitt der zuvor eingeführten Busspur in der Wagenburgstraße wird zurückgebaut und in Parkplätze umgewandelt. Diese Entscheidung folgt aus einer Evaluation, die zeigte, dass die Busspur, die vor etwa fünf Jahren eingerichtet wurde, kaum von Bussen genutzt wird. Stattdessen wird sie überwiegend von Paketboten und Kunden eines Döner-Imbisses als Parkfläche in Anspruch genommen, während insgesamt 45 Stellplätze entfernt werden mussten, um Platz für die Busspur zu schaffen, wie Stuttgarter Nachrichten berichtet.
Der Grund für die geringe Nutzung der Busspur liegt in der barrierefreien Haltestelle Wunnensteinstraße, die die Busspur unterbricht. Busfahrer müssen nach dem Halt auf die Sonderfahrspur wechseln und sich nach 180 Metern wieder in den normalen Verkehr einfügen. Diese umständliche Prozedur wird von vielen Fahrern meist vermieden, da der Abschnitt auch bei Stau passierbar ist.
Umwandlung und Verbesserungen
Die geplante Umwandlung der Busspur in Parkplätze umfasst auch drei Carsharing-Stellplätze, acht Radbügel und eine Ladezone. Die Stadt Stuttgart hat die Entscheidung in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) und dem Bezirk getroffen. Die stadteinwärtige Busspur zur Verbesserung der Pünktlichkeit der Linien 40 und 47 bleibt jedoch bestehen, nachdem vor der Einführung dieser Busspur Verspätungen von bis zu zwölf Minuten auf der rund 500 Meter langen Strecke häufig waren.
Der Nahverkehrsplan (NVP) für Stuttgart, der ein gesetzlich vorgeschriebenes Planungsinstrument ist, zielt darauf ab, den Stadtbahn- und Busverkehr zu verbessern und berücksichtigt dabei unter anderem auch die Barrierefreiheit. Für das Jahr 2023 wurde eine Fortschreibung des NVP beschlossen, die eine umfassende Bürgerbeteiligung für 2024 vorsieht. Die Verabschiedung des NVP ist im Jahr 2025 geplant, wie stuttgart.de berichtet.
Ausblick auf zukünftige Projekte
Trotz finanzieller Einsparungen in Höhe von rund 25 Millionen Euro pro Jahr, die ausschließlich neue Projekte betreffen, plant die Stadt Stuttgart, den Nahverkehr zu stärken. Hierzu zählen beispielsweise die Verlängerung der U19 und die Einführung einer neuen U25-Linie, die Plieningen und die Universität Hohenheim mit der Innenstadt verbinden soll. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Schieneninfrastruktur sind ebenfalls in Planung. Stuttgart wird auch in Zukunft an einer engen Zusammenarbeit mit der SSB festhalten, trotz derzeit herausfordernder Haushaltslagen, so stuttgart-meine-stadt.de.