In Stuttgart-Ost zeigt sich ein zunehmendes Problem bezüglich der fußläufigen Erreichbarkeit von Supermärkten, insbesondere für die Bewohner der Stadtteile Gänsheide und Frauenkopf. Während der Stadtteil Gaisburg mittlerweile als Nahversorgungsbereich klassifiziert wurde, verfügt er lediglich über begrenzte Einkaufsmöglichkeiten: einen Cap-Markt, eine kleine Bäckerei und eine Apotheke sowie einen Kiosk. Das ist alles andere als ausreichend, um die Bedürfnisse der Anwohner zu decken.

Aktuell gibt es in Stuttgart-Ost 154 Einzelhandelsbetriebe mit einer Gesamtverkaufsfläche von 23.600 Quadratmetern. Das entspricht lediglich 0,49 Quadratmetern pro Einwohner und liegt somit deutlich unter dem städtischen Durchschnitt von 1,27 Quadratmetern. Besonders kritisch ist die Situation im Lebensmittelbereich: Hier stehen nur 0,24 Quadratmeter pro Einwohner zur Verfügung, während der städtische Durchschnitt mit 0,32 Quadratmetern ebenfalls höher ist.

Probleme im Versorgungsbereich

Die Versorgungsstruktur in Stuttgart-Ost wird zusätzlich durch drei zentrale Versorgungsbereiche (D-Zentren) geprägt: Ostheim (Ostendplatz), Stöckach (Neckarstraße) und Gablenberg. Besonders besorgniserregend ist, dass in Gablenberg der Wochenmarkt seit Monaten nur einen Käsestand zu bieten hat, was die Vielfalt der Angebote stark einschränkt. In Gablenberg hat sich zudem eine Initiative zur Verkehrsreduzierung formiert, während der Handels- und Gewerbeverein den Durchgangsverkehr als notwendig erachtet, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten.

In einem aktuellen Schritt hat der Gemeinderat mit neun Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen der Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts für Stuttgart zugestimmt. Dieses Konzept, das seit seiner ersten Fassung im Jahr 1980 mehrfach aktualisiert wurde, hat das Ziel, die Versorgungsfunktion der städtischen Zentren langfristig zu sichern und den Einzelhandel an geeignete Standorte zu lenken. Es bildet die Grundlage für die Bauleitplanung und dient als Leitlinie für Investoren sowie Einzelhandelsbetriebe und -betreiber, um eine ausgeglichene Entwicklung zu fördern und die Versorgungsqualität zu verbessern, wie stuttgart.de berichtet.

Ausblick und weitere Entwicklungen

In einem angrenzenden Stadtbezirk, Wangen, wurde kürzlich die Erweiterung der Zentrumsgrenzen beantragt, um die Ansiedlung weiterer Geschäfte, unter anderem eines Drogeriemarktes, zu prüfen. Diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Trends, der darauf abzielt, die Einzelhandelslandschaft in Stuttgart insgesamt zu verbessern. In der aktuellen Diskussion wird deutlich, dass der Einzelhandel in Stuttgart eine dominante Rolle spielen sollte, um den Bedürfnissen der Bürger gerecht zu werden, wie auch statistik-bw.de verdeutlicht.