In Stuttgart stehen große Flächen im Besitz der öffentlichen Hand seit Jahren ungenutzt und verursachen damit nicht nur Leerstände, sondern auch potenzielle wirtschaftliche Einbußen. Besonders das Schoettle-Areal im Stuttgarter Süden, das nach dem Wegzug des Statistischen Landesamts und der Universität zur Verfügung steht, ist von zentralem Interesse. Die dortige Initiative Schoettle-Areal setzt sich seit Jahren für eine Neunutzung ein und strebt an, Räume für wirtschaftliche, soziale und kreative Aktivitäten zu schaffen. Dabei ist das Ziel klar: Das Areal soll für die Menschen in Stuttgart nutzbar gemacht werden, um die Lebensqualität zu erhöhen.
Die Stadt Stuttgart überlegt, vom Kauf des Schoettle-Areals zurückzutreten, was ernsthafte Auswirkungen auf die Fortschritte des Projekts haben könnte. Ein Rücktritt könnte das bereits in der Diskussion befindliche Projekt erneut in den Leerstand führen. Dies ist besonders dramatisch, angesichts der aktuellen Diskussion über den Wohnraummangel in Stuttgart, der auch in anderen Städten Deutschlands ein zentrales Anliegen ist. Um dem entgegenzuwirken, wurde am 21. Januar 2025 die Online-Plattform „Potenzial Leerstand“ ins Leben gerufen. Diese Plattform bietet Informationen zur Reaktivierung leerstehender Immobilien und richtet sich an Kommunen sowie private und öffentliche Initiativen.
Das Ostend-Areal und seine Herausforderungen
Das Ostend-Areal der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hat in den letzten 20 Jahren zahlreiche Planungen durchlaufen. Aktuell sind hier 180 Wohnungen, betreutes Wohnen, eine Stadtteilbibliothek und ein neuer Wochenmarkt-Platz geplant. Die Bebauung sollte ursprünglich 2027 oder 2028 beginnen, doch nach dem Architekturwettbewerb im Juni 2023 ist es still geworden. Der Grund für die Verzögerungen ist eine interne Blockade innerhalb der SSB, die ursprünglich den Verkauf des Areals anstrebte, um günstigen Wohnraum für SSB-Mitarbeiter:innen zu schaffen. Diese Frage scheint nun jedoch gelöst zu sein, was Hoffnung auf Fortschritte weckt.
Während die Stadt sich mit dem Thema Leerstand auseinandersetzt, bleibt die Herausforderung, die vorhandenen Flächen effektiv zu nutzen. Belege und Initiativen zur Reaktivierung, wie die bereits erwähnte Plattform „Potenzial Leerstand“, zeigen Möglichkeiten auf, wie rechtliche, finanzielle und organisatorische Instrumente kombiniert werden können. Städte wie Naumburg und Breuna haben bereits erfolgreich leerstehende Immobilien in Wohnraum umgewandelt. Diese Erfolgsgeschichten sollen als Vorbild für weitere Maßnahmen in Stuttgart dienen, um das Problem des Leerstands aktiv anzugehen und gleichzeitig dem Wohnraummangel entgegenzuwirken.
Der Ausblick für Stuttgart
Die Diskussionen rund um die Nutzung des Schoettle-Areals und des Ostend-Areals zeigen, wie wertvoll und zeitgleich fragil der Lebensraum in der Stadt ist. Leerstand wird hier als teuer erachtet, und die Initiativen, die sich für die Belebung dieser Flächen einsetzen, tragen dazu bei, dass die Stadt Stuttgart nicht nur lebenswerter wird, sondern auch innovativer auf die Herausforderungen des Wohnraummangels reagiert. Der Schlüssel dazu liegt in der Zusammenarbeit aller Akteure, um die Potenziale dieser Flächen zu erschließen und das Stadtbild positiv zu gestalten.
Die Initiativen und Planungen stehen auf der Kippe, aber der Wille zur Veränderung und zum Fortschritt ist spürbar. Die städtischen Entscheidungsträger und Bürger sind gefordert, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die sowohl der aktuellen Wohnraumsituation als auch den verschiedenen gesellschaftlichen Bedürfnissen gerecht werden.