Am 27. Januar 2026 stehen in Stuttgart die Landtagswahlen bevor, die sich stark auf stadtpolitische Themen konzentrieren werden. Die hohen Mietkosten und Infrastrukturprojekte wie Stuttgart 21 stehen im Mittelpunkt des Wahlkampfs. Die schwächelnde deutsche Wirtschaft, insbesondere die Herausforderungen in der Automobilindustrie, wird als dominierendes Thema der Wahl betrachtet. Im Wahlkreis Stuttgart I, der die Stadtbezirke Stuttgart-Mitte, Stuttgart-Nord, Stuttgart-Süd, Stuttgart-West sowie Gänsheide und Uhlandshöhe umfasst, sind rund 97.000 Bürger stimmberechtigt. Traditionell wird dieser Wahlkreis von den Grünen dominiert, und die amtierende Landtagspräsidentin Muhterem Aras tritt erneut an, nachdem sie bei der letzten Wahl 44,8% der Stimmen erhielt, das beste Ergebnis für ihre Partei in ganz Baden-Württemberg.

Die CDU, vertreten durch die neue Kandidatin Teresa Schreiber, setzt auf eine frische Perspektive. Schreiber, 27 Jahre alt und Volljuristin, kandidiert zum ersten Mal. Mit ihrem Fokus auf Bildung, Wirtschaft und Sicherheit versucht sie, den Wählerkreis anzusprechen. Die SPD hingegen setzt auf Hanna Binder, die seit über 30 Jahren politisch aktiv ist und es sich zum Ziel gesetzt hat, die Zehn-Prozent-Hürde zu überwinden. Claudia Schober von der FDP, eine dreifache Mutter und Immobilienentwicklerin, nimmt ebenfalls am Rennen teil und betont die Themen bezahlbares Wohnen, Bildung und Bürokratieabbau.

Die Kandidaten im Detail

Die politische Landschaft im Wahlkreis wird durch weitere Kandidaten bereichert:

  • Muhterem Aras (Bündnis 90/Die Grünen)
    – 60 Jahre alt, Diplom-Ökonomin, Steuerberaterin. Schwerpunkte: Gerechtigkeit, bezahlbare Wohnungen, Klimaschutz, Bildungschancen.
  • Teresa Schreiber (CDU)
    – 27 Jahre alt, Volljuristin, kandidiert zum ersten Mal. Schwerpunkte: Bildung, Wirtschaft, Sicherheit.
  • Claudia Schober (FDP)
    – 49 Jahre alt, dreifache Mutter, Immobilienentwicklerin. Schwerpunkte: Bezahlbares Wohnen, Bildung, Bürokratieabbau.
  • Hanna Binder (SPD)
    – 50 Jahre alt, politisch aktiv seit über 30 Jahren. Schwerpunkte: Abbau der 41-Stunden-Woche für Beamte, Schaffung von günstigem Wohnraum.
  • Mersedeh Ghazaei (DIE LINKE)
    – Tochter iranischer Arbeiter, Erstakademikerin. Schwerpunkte: Soziale Sicherheit, bezahlbares Wohnen, Schutz vor rechter Gewalt.
  • Arthur Hammerschmidt (AfD)
    – 20 Jahre alt, Jurastudent, einer der jüngsten Kandidaten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Stuttgarter Wählerschaft direkt betrifft, ist das Bauprojekt Stuttgart 21. Die Deutschen Bahn hat in den letzten Jahren mehrfach vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht geklagt, um ihren Standpunkt bezüglich der explodierenden Kosten von mittlerweile mindestens 6,5 Milliarden Euro darzulegen. Wie zdfheute.de berichtet, ist die DB der Meinung, dass die Projektpartner, darunter das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart, sich an den Mehrausgaben beteiligen müssen. Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf rund 11 Milliarden Euro beziffert, ein Thema, das sicherlich auch während der Wahlkampfdebatten zur Sprache kommen wird.

Wahlkämpfe und Finanzierungsfragen

Die Parteien sind sich bewusst, dass die Vorbereitung auf die Wahl kostenintensiv ist. So hat die CDU beispielsweise ihre Wahlkampfausgaben für 2021 auf rund 73 Millionen Euro beziffert, während die FDP rund 25 Millionen Euro investiert hat. Im Vergleich zu den Ausgaben von mehr als 817 Millionen Euro, die die im Bundestag vertretenen Parteien in den letzten vier Bundestagswahlen ausgegeben haben, bleibt der budgetär gestaltete Wahlkampf in Stuttgart im Rahmen. Im Vergleich zur US-Präsidentschaftswahl 2024, die nach Schätzungen rund 3,5 Milliarden US-Dollar gekostet haben könnte, erscheinen diese Summen äußerst bescheiden3.