Am 5. Februar 2026 kam es in Stuttgart zu einem kurzzeitigen Stromausfall, der auf einen Mitarbeiterfehler bei Stuttgart Netze zurückzuführen war. Der Strom fiel für gerade einmal 0,06 Sekunden aus, was jedoch bereits zu flackernden Lichtern und Internetausfällen in zahlreichen Cafés und Büros führte. Die Ampeln fielen aus, und der Verkehr musste von Polizisten geregelt werden. Zudem rückte die Feuerwehr mehrfach aus, um auf die Situation zu reagieren. Solche Vorfälle werfen Fragen zur Stabilität der Stromversorgung in Deutschland auf.
Insgesamt war 2026 der Strom in Stuttgart für acht Minuten ausgefallen, während der bundesweite Durchschnitt jährlicher Stromausfälle bei 13 Minuten liegt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellte in seiner Neujahrsansprache zwar fest, dass Deutschland ein sicheres Land sei, dennoch häufen sich Berichte über Gefahren für die kritischen Infrastrukturen. Besonders besorgniserregend war ein Brandanschlag auf das Berliner Stromversorgungsnetz, der am 3. Dezember 2025 von der linksextremistischen Vulkangruppe verübt wurde, wie Stuttgarter Zeitung berichtet.
Die Bedrohung durch Blackouts
Ein Blackout wird allgemein als ein großflächiger, langanhaltender Stromausfall definiert, und die darauf folgenden Auswirkungen können katastrophale Ausmaße annehmen. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses ist zwar gering, die Folgen jedoch verheerend. Laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) könnte ein langanhaltender Stromausfall die Kommunikation, Gesundheitsversorgung, Mobilität und Lebensmittelversorgung erheblich beeinträchtigen oder sogar zum kompletten Ausfall dieser Systeme führen (BBK.
Der BBK-Vizepräsident René Funk rät den Bürgern, sich auf mögliche längere Stromausfälle vorzubereiten. Zu den empfohlenen Vorsorgemaßnahmen gehört, für mindestens fünf Tage Trinkwasservorräte von zwei Litern pro Person und Tag bereit zu halten. Eine Notversorgung mit Trinkwasser soll durch autarke Brunnen und mobile Trinkwassernotversorgung sichergestellt werden. Ebenso wird empfohlen, einen Lebensmittelvorrat für mindestens zehn Tage anzulegen, wobei haltbare Produkte bevorzugt werden sollten.
Vorbereitung auf Krisensituationen
Die „Konzeption Zivile Verteidigung“ (KZV), beschlossen am 24. August 2016, definiert Maßnahmen zum Schutz der Bürger bei Angriffen und Notlagen. Ein wichtiges Element dieser Planung ist die Ausbildung und Vorbereitungen für den Fall von Stromausfällen, einschließlich der Bildung von Notfallplänen für kritische Infrastrukturen. Es fehlt jedoch an einer zentralen Behörde für die Notfallplanung, sodass die Verantwortung auf Bund, Länder und Kommunen verteilt ist.
Die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) hat zudem ein Grundsatzpapier veröffentlicht, welches den Ablauf eines Blackouts in sechs Phasen beschreibt. Die ersten Minuten sind geprägt von Meldungen von Bürgern und Störungen in der Telekommunikation, gefolgt von chaotischen Verkehrssituationen und einem Rückgang der Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln, bis hin zu massiven Versorgungsengpässen nach einigen Tagen.
Des Weiteren sehen Experten jedoch auch Herausforderungen in Bezug auf die zunehmende Abhängigkeit der kritischen Infrastrukturen von der Stromversorgung. Angesichts des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Zunahme von Cyberangriffen müssen Konzepte zur schnellen Wiederherstellung der Stromversorgung entwickelt werden. Die Notfallplanung sieht daher auch die Implementierung von Insellösungen vor, die eine Teilversorgung kritischer Infrastrukturen ermöglichen könnten, ohne dass diese von anderen Netzen abhängig sind. Diese Maßnahmen sind Teil des Forschungsprojekts „SiSKIN“, welches innovative Konzepte untersucht (bpb.
Insgesamt zeigt sich, dass während die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts als gering eingestuft wird, das Risiko und die potenziellen Folgen nicht zu unterschätzen sind. Maßnahmen zur Prävention sowie individuelle Vorbereitungen sind daher unerlässlich, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.