Die Stadt Stuttgart reagiert auf die Beendigung des Vertrages mit dem Arbeiter-Samariter-Bund e.V. Region Stuttgart (ASB) zur Schulbegleitung und plant eine umfassende Neuregelung der Versorgung. Dies führt jedoch zu vorübergehenden Einschränkungen für betroffene Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien. Die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer, erklärte, dass die Trennung vom ASB notwendig war, da schon im Sommer 2025 erste Unregelmäßigkeiten im Abrechnungsprozess festgestellt wurden. Intensivprüfungen folgten auf diese Unregelmäßigkeiten, was schließlich zur Vertragsbeendigung führte. Fezer betont, dass diese Entscheidung nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Haushaltsbeschlüssen steht.

Obwohl die Stadt um eine schnelle Klärung des Sachverhalts bemüht war, zeigt sich, dass Fehler in der Abstimmung zwischen verschiedenen Fachbereichen zu einem unerwarteten Handlungsbedarf führten. Aktuell wurde für rund 65 Schülerinnen und Schüler eine neue Betreuung organisiert, was etwa 40 Prozent der betroffenen Kinder ausmacht. Positive Rückmeldungen von anderen Trägern sind bereits eingegangen, und es werden kurzfristige Modelle zur Unterstützung geprüft, wie beispielsweise „Schüler helfen Schülern“ mit Azubis aus beruflichen Schulen. Ein wichtiges Ziel ist es, bis zu den Schulferien nach Fasching den Zustand der Schulbegleitung vor der Vertragsbeendigung wiederherzustellen.

Neues Konzept für Schulbegleitung

Die Stadt Stuttgart stellt klar, dass der individuelle Anspruch auf Schulassistenz weiterhin besteht. Die Neugestaltung des Leistungsangebots orientiert sich an den gesetzlichen Anforderungen und an den konkreten Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Schulbegleitung wird somit durch ausgebildete pädagogische und medizinische Fachkräfte sowie Helfer aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) durchgeführt, um eine qualitativ hochwertige Unterstützung sicherzustellen. Diese Assistenz wird sowohl in Regelschulen als auch in sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) realisiert.

Laut dem Deutschen Schulportal zeigt sich ein allgemeiner Trend, dass immer mehr Kinder Unterstützung durch Schulbegleiter erhalten. Diese Begleiter spielen eine unverzichtbare Rolle in Schulen, insbesondere in inklusiven Settings, wo die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Fachkräften gefordert ist. Das Beispiel von Lukas, einem 13-jährigen Schüler mit emotional-sozialen und körperlichen Einschränkungen, verdeutlicht, wie wichtig Schulbegleitung ist, um Kindern den Zugang zum Unterricht zu ermöglichen. Die Erfahrungen der Schulbegleiter zeigen die Notwendigkeit einer klaren gesetzlichen Regelung, da die derzeitige Auslegung oft zu Missverständnissen führt und die Anforderungen an Schulbegleiter enorm erhöht werden.

In Stuttgart ist man sich der Herausforderungen bewusst und arbeitet intensiv daran, das bestehende System der Schulbegleitung nachhaltig zu verbessern. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen schnell umgesetzt werden, sodass die Kinder bald wieder die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.

Stadt Stuttgart berichtet, ASB Stuttgart informiert, Deutsches Schulportal beschreibt.