Am Montag, den 2. Februar 2026, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu einem großflächigen Warnstreik im kommunalen Nahverkehr in mehreren Städten im Südwesten Deutschlands auf. Betroffen sind unter anderem Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen sowie Heilbronn. Wie stimme.de berichtet, wird voller Stillstand erwartet, da die Stadtbusse in Heilbronn komplett ausfallen. Auch die Stadtbahnen können die Innenstadt nicht passieren.

Die Stadtwerke Heilbronn (SWHN) kündigten an, dass die Nacht- und Regionalbuslinien, die von privaten Unternehmen betrieben werden, größtenteils ihren Fahrplan einhalten sollen. Allerdings wird der Bahnverkehr durch das bestreikte Stellwerk an der Heilbronner Harmonie stark beeinträchtigt. Regionalzüge nach Stuttgart oder Mannheim sind von den Streikmaßnahmen nicht betroffen, ebenso die S4, deren Züge umgeleitet werden.

Hintergrund der Streikmaßnahmen

Diese Streikmaßnahmen sind Teil der Tarifverhandlungen für neue Manteltarifverträge in allen Bundesländern, die im Frühjahr 2026 stattfinden. In Baden-Württemberg sind etwa 6.700 Beschäftigte im Nahverkehr betroffen. Der Streitpunkt liegt nicht im Bereich der Gehälter, sondern bei den Arbeitsbedingungen. ver.di fordert unter anderem höhere Zuschläge für Überstunden, Nacht- und Wochenendarbeit sowie Zulagen entsprechend der individuellen Entgeltstufe. Arbeitgeber weisen jedoch auf eine „katastrophale Finanzlage“ hin und lehnen diese Forderungen ab. Sie argumentieren, dass die finanziellen Spielräume durch wegbrechende Einnahmen und steigende Ausgaben stark eingeschränkt seien.

Wie swp.de anmerkt, sind Hunderttausende Fahrgäste von den angekündigten Einschränkungen betroffen. Die nächste Runde der Verhandlungen ist für den 9. Februar 2026 angesetzt, und die Gewerkschaft hat bereits angedeutet, dass sie bei fehlenden Fortschritten eine „harte Runde“ einfordern könnte.

Bundesweite Dimension des Streiks

Der Streik in den südwestdeutschen Städten ist Teil eines bundesweiten Aufrufs von ver.di, der mehr als 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen umfasst. Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, wie kürzeren Schichtzeiten und längeren Ruhezeiten, stehen im Mittelpunkt. Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von ver.di, macht auf die hohen Belastungen durch ungünstige Arbeitszeiten und den zunehmenden Zeitdruck aufmerksam. Die Gewerkschaft sieht die Arbeitgeber in der Verantwortung, Lösungen zu finden, um die Stabilität des öffentlichen Nahverkehrs zu gewährleisten.

Die anhaltende Unsicherheit über mögliche Ersatzpläne verstärkt die Sorgen der Fahrgäste. Die Gewerkschaft hat betont, dass die Beschäftigten bereit sind, für ihre Forderungen zu kämpfen, um die Rahmenbedingungen im kommunalen Nahverkehr zu verbessern. Dies könnte einen entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs haben.

Insgesamt ist der Warnstreik am 2. Februar 2026 ein deutliches Zeichen der Entschlossenheit der Arbeitnehmer, auf eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen zu drängen. Dieser kritische Schritt reflektiert die Herausforderungen, die der öffentliche Nahverkehr derzeit bewältigen muss, insbesondere in Anbetracht der finanziellen Rahmenbedingungen und der Relevanz für die Mobilität der Bevölkerung.

Für weitere Informationen und Updates zu den Streiks und Verhandlungen folgen Sie den Entwicklungen auf ver.di.