Die Wehr- und Kanalbrücke in Besigheim, auch bekannt als Neckarbrücke, steht ab heute, dem 19. Februar 2026, für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen unter Sperre. Diese Maßnahme wurde notwendig, nachdem durch ein Monitoring-System Schäden im Brückenbereich oberhalb des Wasserkraftwerks festgestellt wurden. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar (WSA), welches die Brücke verwaltet, hat das Landratsamt Ludwigsburg sowie das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) informiert und in einer Besprechung entschieden, verkehrsrechtliche Maßnahmen zum Schutz des Bauwerks zu ergreifen.
Die Entscheidung zur Sperrung zielt darauf ab, die Gesamtbelastung der Brücke durch schwere Fahrzeuge zu reduzieren. Der Busverkehr sowie Rettungsfahrzeuge dürfen die Brücke weiterhin befahren, während der Schwerlastverkehr eine Umleitung über die L 1115 und die B 27 nutzen muss. Die Brücke, die in den 1950er-Jahren erbaut wurde und täglich von über 13.000 Fahrzeugen genutzt wird, ist besonders anfällig für Spannungsrisskorrosion. In Baden-Württemberg sind insgesamt 73 Brücken an Bundes- oder Landesstraßen mit ähnlichen Risiken bekannt.
Regelmäßige Prüfungen und Modernisierungsmaßnahmen
Die Brücke in Besigheim ist nicht das einzige Bauwerk, das auf regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen angewiesen ist. Der Einsturz der Dresdner Carolabrücke im September 2024 hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig regelmäßige Sanierungen sind. Um der allgemeinen Sicherheit und Langlebigkeit von Brücken gerecht zu werden, legt die DIN 1076 Standards für die Prüfung und Überwachung von Ingenieurbauwerken fest. Sichtprüfungen müssen jährlich und Hauptprüfungen alle sechs Jahre durchgeführt werden, um potenzielle Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Das RPS hat bereits Planungen für den Neubau des Brückenbauwerks in Besigheim eingeleitet. Ergänzende Untersuchungen zur Verbesserung der Stabilität des bestehenden Bauwerks sind ebenfalls beauftragt. Maßnahmen, wie jährliche Bauwerksprüfungen und eine Lkw-Abstandspflicht von 50 Metern, tragen dazu bei, die Sicherheit bis zur Umsetzung des Neubaus zu gewährleisten.
Brückenmodernisierung in Deutschland
Die Wehr- und Kanalbrücke ist Teil eines größeren Problems: Deutschland verfügt über etwa 40.300 Brücken, von denen viele aus der Zeit zwischen 1960 und 1985 stammen. Der Anstieg des Schwerverkehrs und die Altersstruktur der Brücken verlangen umfassende Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Ein Programm zur Brückenmodernisierung wurde ins Leben gerufen, um notwendige Maßnahmen zu beschleunigen und die bestehende Infrastruktur an die gestiegenen Anforderungen an Tragfähigkeit und Verkehrssicherheit anzupassen.
Im Rahmen des Brückenmodernisierungsnetzes, das rund 7.000 Kilometer umfasst, sollen hochbelastete durchgängige Strecken der Bundesautobahnen modernisiert werden. Die Ertüchtigung dieser Brücken verbessert nicht nur die Durchlässigkeit der Infrastruktur für Schwerverkehr, sondern auch die gesamte Verkehrssicherheit in Deutschland. Der Deutsche Bundestag wird über die Investitionen und den Fortschritt der Maßnahmen kontinuierlich informiert, um Transparenz und Verantwortlichkeit zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Herausforderungen in der Brückeninfrastruktur vielfältig sind. Die aktuelle Sperrung der Wehr- und Kanalbrücke in Besigheim ist ein dringendes Beispiel für die Notwendigkeit, den Zustand unserer Brücken kontinuierlich zu überwachen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Weitere Informationen und Entwicklungen zur Brücke und zu anderen Bauwerken sind auf den Webseiten der zuständigen Behörden und Organisationen zu finden, wie etwa im Presseartikel des RPS oder den Artikeln über Brückensanierung und Brückenmodernisierung.