Am 15. Februar 2026 fand in Hohenstadt der Spatenstich für den Ausbau des Albaufstiegs der A8 statt. Ein Projekt, das nicht nur die Reisenden zwischen Karlsruhe und München entlasten soll, sondern auch auf die lange Bauzeit von sieben Jahren hinweist. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der am längsten amtierende Ministerpräsident in der Geschichte von Baden-Württemberg, äußerte beim Spatenstich seine nachdenklichen Gedanken zur Bauzeit. Mit 77 Jahren denkt er bereits darüber nach, dass er bei der Fertigstellung des Projekts möglicherweise nicht mehr leben wird. In einem humorvollen Ton bemerkte Kretschmann, dass er sich dann wohl eher um die Bürgersteige in Laiz kümmern werde, seinem Wohnort, der im Stadtteil von Sigmaringen liegt.

Der Albaufstieg stellt ein bekanntes Nadelöhr dar: Häufig kommt es auf den steilen und kurvigen Strecken zu Staus und Unfällen. Der Engpass ist ein ungelöstes Problem, das nun mit einem neuen sechsstreifigen Autobahnabschnitt, der die getrennten Trassen zusammenführt, angegangen werden soll. Die Inbetriebnahme der Strecke ist für 2034 geplant, und die Kosten belaufen sich auf rund 1,4 Milliarden Euro, die vom Bund finanziert werden. Diese Baufreigabe wurde im Dezember von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erteilt und ist Teil eines größeren Plans, der 23 neue Autobahn- und Bundesstraßenprojekte umfasst.

Die Besonderheiten des Projekts

Ein markantes Merkmal des Albaufstiegs sind die getrennten Richtungsfahrbahnen, die an der Anschlussstelle Mühlhausen auf eine Hochfläche führen. Diese Trassen, die bis zu zwei Kilometer voneinander entfernt sind und auf rund zwölf Kilometern eine Höhendifferenz von 230 Metern überwinden, wurden ursprünglich in den Jahren 1936 bis 1942 gebaut. Damals war eine vierspurige Autobahn an nur einem Berghang nicht möglich, sodass die jetzige sechsstreifige Lösung eine dringend benötigte Verbesserung darstellt.

Die Bauarbeiten werden ab Herbst 2027 in vollem Umfang beginnen, während in diesem Jahr lediglich Vorbereitungen getroffen werden. Kritiker, wie die Verkehrsexperten Christian Jung von der FDP und Jan-Peter Röderer von der SPD, haben den vorgezogenen Spatenstich, der ursprünglich für nächstes Jahr geplant war, in Frage gestellt. Dennoch verteidigen Kretschmann und die Autobahn GmbH diesen Schritt als Zeichen des Fortschritts und der Zuversicht.

Ein Teil größerer Infrastrukturpläne

Das Projekt ist eingebettet in eine umfassende Initiative zur Verbesserung der deutschen Infrastruktur, bei der insgesamt 4,3 Milliarden Euro aus einem Sondervermögen in 23 neue Straßen- und Autobahnprojekte fließen. Dies umfasst nicht nur den Albaufstieg der A8, sondern auch zahlreiche andere Bauvorhaben, die Lückenschlüsse und mehrspurigen Ausbau von Autobahnen zum Ziel haben. Schnieder betont, dass solche Baustellen ein Symbol für Fortschritt darstellen und die Lebensqualität in den Gemeinden durch die Entlastung des Schwerlastverkehrs verbessern.

Die Herausforderungen der deutschen Fernstraßen sind nicht zu unterschätzen: Fast 250.000 Kilometer weisen Schäden auf, und die Koalition aus CDU, CSU und SPD hat im Oktober beschlossen, zusätzlich drei Milliarden Euro für den Straßenneubau bereitzustellen. Während Kritiker wie die Grünen-Abgeordnete Paula Piechotta eine Priorisierung der Neubauten gegenüber der Instandhaltung bemängeln, bleibt die Hoffnung, dass die Infrastrukturprojekte bald Früchte tragen und die Mobilität in Deutschland nachhaltig verbessern werden.

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