Die Sicherheitslage in Stuttgart sorgt weiterhin für Gesprächsstoff, insbesondere in den Stadtbezirken mit steigenden Kriminalitätsraten. Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigt, dass insbesondere in Möhringen die Kriminalität in den letzten Jahren stark zugenommen hat. So verzeichnete der Stadtbezirk im Jahr 2025 knapp 1800 Straftaten, was den Höchstwert der letzten Jahre darstellt. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer allgemeinen Abnahme der Straftaten in Stuttgart um 0,5 Prozent auf insgesamt 53.894 Fälle. Die Innenstadt, konkret Stuttgart-Mitte, konnte sogar einen Rückgang von über 8 Prozent aufweisen, was auf ein erfolgreiches „Brennpunktkonzept“ der Polizei zurückzuführen ist, das mehr Präsenz und präventive Maßnahmen umfasst.
Ein besorgniserregendes Ereignis in Möhringen ereignete sich am 28. Januar 2025, als in einem Dönerimbiss ein 27-Jähriger einen Bauchschuss überlebte. Diese und weitere Vorfälle, wie der Überfall auf den ehemaligen VfB-Fußballer Kevin Kuranyi, der auf Einbrecher traf, die mit Beute im Wert von 150.000 Euro entkamen, zeigen die angespannte Sicherheitslage in der Region. Auch ein Vorfall, bei dem ein Freier von einer Prostituierten mit Schlägen und einer Schere angegriffen wurde, verdeutlicht die Zunahme von Gewaltverbrechen. Laut der Kriminalstatistik stiegen die Straftaten in Möhringen um mehr als 20 Prozent, während in 16 von 23 Stadtbezirken ähnliche Anstiege von bis zu 30 Prozent zu verzeichnen sind.
Veränderungen in der Kriminalitätsstruktur
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass die Aufklärungsquote in Stuttgart erfreulicherweise bei 66,9 Prozent liegt, was über dem Vorjahreswert und dem Landesdurchschnitt von 62,5 Prozent liegt. Dennoch gab es einen Anstieg der ermittelten Tatverdächtigen um 3,0 Prozent, wobei insbesondere deutsche Tatverdächtige mit einem Plus von 7,7 Prozent auftrumpfen. In diesem Kontext ist es wichtig zu erwähnen, dass die Zahl der tatverdächtigen Geflüchteten um 3,4 Prozent zurückging, was auf eine gewisse Stabilität in den entsprechenden Bevölkerungsgruppen hindeutet.
Die Zunahme von Sexual- und Rohheitsdelikten ist besonders auffällig, während Rückgänge bei Sachbeschädigungen zu verzeichnen sind. Die Maßnahmen der Polizei, wie die Einführung einer Waffen- und Messerverbotszone (WMVZ), zeigen erste Erfolge, da schwere Straftaten mit Messern auf 46 Fälle gesenkt werden konnten. Dennoch bleibt die Gewalt gegen Polizeibeamte ein ernstes Problem, mit einem Anstieg von 3,8 Prozent bei Widerstand und tätlichen Angriffen, was 343 verletzte Beamte zur Folge hatte.
Die Situation in den Nachbarbezirken
Auch in den angrenzenden Stadtbezirken wie Vaihingen und Sillenbuch waren die Entwicklungen alarmierend. Vaihingen erreichte einen neuen Höchstwert mit 1875 Delikten, während Sillenbuch einen Anstieg von 25,5 Prozent verzeichnete. Plieningen, mit der höchsten Steigerungsrate von 30,3 Prozent, zeigt ebenfalls, dass die Herausforderungen nicht nur auf Möhringen beschränkt sind. In Feuerbach und Weilimdorf sind kontinuierliche Steigerungen zu beobachten, wobei in Weilimdorf sogar Schüsse bei Auseinandersetzungen unter Jugendgruppen gemeldet wurden.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Stuttgart zwar in bestimmten Bereichen Fortschritte bei der Kriminalitätsbekämpfung erzielt hat, die Situation in vielen Stadtbezirken, insbesondere in Möhringen, jedoch besorgniserregend bleibt. Die Polizei unter der Leitung von Polizeipräsident Markus Eisenbraun betont die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit und präventiven Maßnahmen, um der anhaltenden Gewalt und Kriminalität entgegenzuwirken. Die Entwicklungen werden weiterhin genau beobachtet, um geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in der Stadt zu ergreifen.
Für detaillierte Informationen zur Kriminalität in Stuttgart und den Stadtbezirken können Sie die Kriminalstatistik 2025 und die Polizei Stuttgart konsultieren.




