In Stuttgart hat die plötzliche Kündigung des Rahmenvertrags zwischen der Stadt und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) erhebliche Folgen für die Schulbegleitung von Kindern mit Förderbedarf. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die auf die Unterstützung durch Schulbegleiter angewiesen sind, sind von dieser Kündigung betroffen. Der ASB informierte die Schulen am späten Mittwochnachmittag, was viele betroffene Familien in eine kurzfristige Notlage brachte. Diese müssen nun innerhalb weniger Stunden die Betreuung ihrer Kinder zu Hause organisieren, da die Schulbegleitung für sie nicht mehr verfügbar ist. Bis zu 150 Kinder an sonderpädagogischen Bildungszentren in Stuttgart können zwar zur Schule gebracht werden, doch ihre Bedürfnisse vor Ort bleiben unberücksichtigt, wie SWR berichtete.

Die Auswirkungen sind vor allem an den Helene-Schöttle-Schule und der Gustav-Werner-Schule zu spüren. Insgesamt sind dort um die 79 Kinder betroffen, und die Schulleiter äußern große Sorgen um das Wohlergehen dieser Kinder. Ohne Schulbegleiter sind grundlegende Bedürfnisse wie Toilettengänge und das Essen gefährdet. Schulleiter Andreas Thiemke und Schulleiterin Katja Kuklinski berichten von unvorbereiteten Auswirkungen auf den Schulalltag und die betroffenen Familien.

Ursachen der Kündigung

Die Stadt Stuttgart gab an, dass die Kündigung aufgrund von „Abrechnungs-Unstimmigkeiten“ erfolgte. Diese Situation ist nicht neu, denn die Stadt hat Zahlungsrückstände in Millionenhöhe, was die Suche nach einem neuen Träger für die Betreuung der Kinder zusätzlich erschwert. Auch die Tatsache, dass die Stadt vor Kurzem bekanntgab, dass Klassenassistenzen an der Margarete-Steiff-Schule rückwirkend nicht mehr finanziert werden, zeigt die angespannte Lage. Eltern müssen daher nun Einzelassistenzen beim Sozialamt beantragen, was von vielen als unpraktisch kritisiert wird.

Zusätzlich zu diesen Herausforderungen steht die Schulbegleitung allgemein unter Druck, da die Rahmenbedingungen und Verfahren zur Beantragung in den Bundesländern unterschiedlich geregelt sind. In Sachsen-Anhalt etwa können Schulen Kinder mit Behinderungen bei der Integration in den regulären Unterricht unterstützen, was die Inklusion fördert. Dieser Ansatz wird auch vom Bildungsserver unterstützt.

Die Rolle der Schulbegleiter

Schulbegleiter spielen eine entscheidende Rolle für die Inklusion von Kindern mit Behinderungen in Schulen. Sie unterstützen viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, indem sie den Schulbesuch ermöglichen und die Integration fördern. Ihre Qualifikationen und Aufgaben sind jedoch oft unklar, was zu zusätzlichen Herausforderungen führt. Experten betonen, dass es notwendig ist, die Rahmenbedingungen für Schulbegleiter zu verbessern und bürokratische Hürden abzubauen, um eine bessere Unterstützung für betroffene Kinder zu gewährleisten. Auch in der Vergangenheit hat die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. entsprechende Maßnahmen zur Qualitätssicherung gefordert.

Insgesamt verdeutlicht die Situation in Stuttgart, wie wichtig eine verlässliche Schulbegleitung für das Recht auf Bildung von Kindern mit Förderbedarf ist. Ohne entsprechende Unterstützung sind viele Kinder auf der Strecke geblieben, was langfristige Auswirkungen auf ihre Entwicklung haben könnte. Experten fordern daher drängend Lösungen, um die Kontinuität der Schulbegleitung zu gewährleisten und die Integration in das Bildungssystem zu verbessern.