Die Schönbuchbahn, die zwischen Dettenhausen und Böblingen verkehrt, steht derzeit still. Technische Mängel haben dazu geführt, dass die fast neuen Elektro-Triebwagen des Herstellers CAF bis auf Weiteres aus dem Verkehr gezogen wurden. Der Schienenersatzverkehr (SEV) übernimmt die Strecke, doch die Fahrgäste sind genervt. Besonders zu Stoßzeiten, morgens und abends, sind die Busse überfüllt. Viele wünschen sich mehr Busse zu den Hauptverkehrszeiten, und die Situation hat bereits zu einem Krisengespräch zwischen dem Böblinger Landrat und CAF geführt, um die bestehenden Probleme zu lösen. Die Fahrgäste berichten von überfüllten Bussen, während die Mitarbeiter von CAF vor Ort sind, um die Züge zu entstören.
Die Inbetriebnahme der neuen Elektro-Züge war bereits von mehreren Verzögerungen und technischen Problemen betroffen. Ursprünglich sollten die Züge bereits 2021 in Betrieb genommen werden, jedoch gab es Probleme bei der Zulassung. Letztendlich gingen die Züge erst im Sommer 2025 in Betrieb, doch auch hier traten wiederholt Pannen auf, insbesondere mit den Bremsen. Zuletzt waren nur zwei bis vier Züge verfügbar, was zu einem unzuverlässigen Bahnbetrieb führte. Das Landratsamt Böblingen spricht von einem „fundamental zerstörten Vertrauen“ in den Hersteller und hat angekündigt, die Kosten für den SEV CAF in Rechnung zu stellen.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Der Schienenersatzverkehr soll über den gesamten Februar beibehalten werden, da bis dahin eine Lösung gefunden werden muss. Das Landratsamt hat ein Ultimatum an CAF gestellt: Bis zum 23. Februar müssen mindestens sechs voll funktionsfähige Fahrzeuge bereitgestellt werden. Andernfalls drohen weitere Probleme, da im Frühjahr eine Straßenbaustelle in Weil im Schönbuch geplant ist, die den öffentlichen Nahverkehr zusätzlich gefährden könnte. In den letzten Wochen haben mehrere Versuche, den Betrieb mit neuen Zügen aufzunehmen, an technischen Mängeln und Softwareproblemen gescheitert.
Die Investitionen in die Modernisierung der Schönbuchbahn belaufen sich auf fast 200 Millionen Euro, und die Unzufriedenheit über die Leistungen von CAF ist deutlich spürbar. Landrat Roland Bernhard äußerte seine Unzufriedenheit und sieht die Verantwortung für die Probleme klar beim Hersteller. Der Betrieb der Schönbuchbahn bleibt damit ein heißes Thema, das nicht nur die Pendler betrifft, sondern auch die gesamte Region.
Für weitere Informationen und Entwicklungen zu diesem Thema ist es ratsam, die Berichterstattung in lokalen Medien zu verfolgen. Die Situation könnte sich in den kommenden Wochen entscheidend ändern, insbesondere wenn die Fristen für CAF ablaufen. Die Herausforderungen, die die Schönbuchbahn derzeit zu bewältigen hat, werfen ein Schlaglicht auf die allgemeine Problematik des öffentlichen Nahverkehrs in Deutschland und die Notwendigkeit, technische Standards zu erfüllen, um das Vertrauen der Fahrgäste nicht zu verlieren. Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln der Stuttgarter Nachrichten und der SWP.