Der Umbau und die Modernisierung des Schlachthofs in Gärtringen im Landkreis Böblingen sind endlich genehmigt. Diese Entscheidung folgt der Schließung des Schlachthofs im Jahr 2020 aufgrund von Tierschutzverstößen und Vorwürfen wegen Tierquälerei. Laut SWR sollen die Sanierungsarbeiten bis Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein, nachdem der ursprünglich geplante Eröffnungstermin im Sommer 2023 aufgrund von Planungsunstimmigkeiten verschoben wurde.

Die Badische Landesregierung hat zugesagt, bis zu 3,9 Millionen Euro, was 40% der förderfähigen Kosten ausmacht, aus einem speziellen Programm zur Förderung regionaler Schlachthöfe bereitzustellen. Der Landkreis Böblingen wird zusätzlich drei Millionen Euro als Einmalzahlung leisten und ein Darlehen in gleicher Höhe bereitstellen. Landrat Roland Bernhard betont die Bedeutung des Tierwohls und erklärt, dass ein „Vorzeigebetrieb“ entstehen soll.

Wichtigkeit regionaler Wertschöpfung

Der Erhalt der regionalen Schlachthöfe entspricht nicht nur ethischen Standards, sondern ist auch entscheidend für die regionale Wertschöpfungskette. Minister Peter Hauk hebt hervor, dass es Ziel ist, das Angebot an regionalen Produkten zu stärken und die Transportwege für Tiere zu verkürzen, um das Tierwohl zu verbessern. Entsprechende hohe Tierschutzkriterien werden im neuen Schlachthof umgesetzt. Wie Baden-Württemberg berichtet, ist die schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen für die Wiederinbetriebnahme des Schlachthofs von großer Bedeutung.

Der Schlachthof in Gärtringen wird gemäß den festgelegten Tierschutzkriterien modernisiert. Dies ist besonders relevant für die lokale Landwirtschaft und heimische Metzgereien, die auf den Fortbestand regionaler Schlachtkapazitäten angewiesen sind. Der Bereiche der Lebensmittellieferkette, die dem Konsumenten regional produzierte Fleischprodukte anbieten, wird somit gestärkt. Minister Hauk unterstützt die Initiativen der Akteure vor Ort, die sich für hohe Tierwohlstandards einsetzen.

Bedenken der Landwirte

Inmitten der positiven Entwicklungen äußern Landwirte aus Rottenburg jedoch Bedenken hinsichtlich einer möglichen Schließung des dortigen Schlachthofs. Dies würde zu langen Transportwegen für Tiere führen, was die Tierschutzproblematik erneut aufwirft. Der Landesbauernverband begrüßt zwar die Planungssicherheit für die Tierhalter, insbesondere für Schweinehalter, dennoch bleibt die Sorge über die kapazitätsseitige Situation in der Region bestehen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Genehmigung des Umbaus des Schlachthofs in Gärtringen nicht nur einen Schritt in Richtung verbesserter Tierwohlstandards darstellt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der regionalen Landwirtschaft leisten kann. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unterstreicht dabei die Wichtigkeit dieser regionalen Struktur für die zukünftige Versorgung mit Lebensmitteln.