Ritter Sport, der bekannte Schokoladenhersteller mit Sitz in Waldenbuch, hat im Geschäftsjahr 2025 trotz eines deutlichen Umsatzwachstums von rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro einen erheblichen Verlust verzeichnet. Wie Stuttgarter Nachrichten berichtet, blieb das Betriebsergebnis weit unter den Erwartungen. Hauptursache dafür sind stark gestiegene Rohstoffkosten, insbesondere für Kakao, Energie, Logistik und Verpackung.
Die Kennzahlen sind vorläufig und berücksichtigen Wechselkurseffekte. Trotz der Umsatzsteigerung konnten die höheren Kosten nicht durch die verbesserten Verkaufszahlen kompensiert werden. Laut CEO Andreas Ronken ist es wichtig zu betonen, dass Umsatz nicht zwangsläufig gleich Gewinn ist. Die Preiserhöhungen für Schokoladentafeln konnten nur teilweise an den Handel weitergereicht werden, was in einem preissensiblen deutschen Schokoladenmarkt zu einem Rückgang der Verkaufszahlen führte.
Herausforderungen auf dem Markt
Die aktuelle Situation reflektiert einen breiteren Trend im deutschen Schokoladenmarkt, wo die Kaufkraft der Verbraucher scheinbar steigt, jedoch zugleich ein erhöhter Druck auf die Hersteller ausgeübt wird, um einen Mehrwert zu schaffen. Wie der Marktbericht von Mintel zeigt, muss die Industrie immer wieder Innovationschancen nutzen, wie z.B. hochwertige Kakaoprodukte oder vegane Optionen, um die steigenden Kosten rechtfertigen zu können. Der Markt hat sich zuletzt stabilisiert, nachdem er 2022 einen Rückgang erlitten hatte. Verbraucher sind nun preissensibler geworden und schätzen die stimmungsaufhellenden Eigenschaften von Schokolade.
Ein weiterer Aspekt, den Ritter Sport ansprechen möchte, sind die langfristigen Verpflichtungen zu Nachhaltigkeit und Qualität. Das Unternehmen setzt auf zertifizierten Kakao und erhielt 2024 den SDG Innovation Award für nachhaltigen Kakaoanbau. Aktuell arbeiten rund 1.900 Menschen für das Unternehmen, dennoch bleibt unklar, ob in der Zukunft eine Stellenreduzierung notwendig sein wird.
Zukunftsausblick und Strategie
Ritter Sport plant, die Kostenstrukturen zu vereinfachen und die Priorität auf strategische Investitionen zu legen. dies ist Teil einer umfassenden Strategie, um sich den Herausforderungen des Marktes zu stellen. Die Umsatzsteigerung des Unternehmens resultierte hauptsächlich aus Preissteigerungen und nicht aus einer erhöhten Profitabilität, was den Handlungsbedarf zur Verbesserung der Kostenführung unterstreicht.
Das Unternehmen wurde 1912 gegründet und vertreibt seine Produkte in über 100 Ländern. Der deutsche Schokoladenmarkt bleibt ein spannendes Feld, und es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen Ritter Sport ergreifen wird, um sich in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld zu behaupten.
Für weitere Informationen zu den Herausforderungen und Trends im Schokoladenmarkt können Sie den vollständigen Bericht bei Mintel einsehen und die aktuellen Entwicklungen auf der offiziellen Ritter Sport Webseite verfolgen.