Am Samstag, den 28. Februar 2026, wird im Jugendhaus in Stuttgart-Vaihingen eine besondere Feier stattfinden. Anlass ist das 45-jährige Bestehen des Jugendhauses, das seit seiner Eröffnung im Jahr 1981 ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche war. Die erste Besuchergeneration hat bereits das dritte Revival organisiert, nachdem sie sich bereits 2001 und 2011 getroffen hatte. Diesmal wird die Veranstaltung mit einer strengen Gästeliste durchgeführt, die ausschließlich ehemalige regelmäßige Besucher umfasst, um den „Geist von damals“ heraufzubeschwören. Über 20 ehemalige Besucher sind bereits verstorben, was die Bedeutung dieser Zusammenkunft noch verstärkt.
Lutz Kommke, ein ehemaliger Besucher, erinnert sich an die unvergessliche Atmosphäre der 1980er Jahre, eine Zeit, die von verschiedenen Jugendkulturen geprägt war, darunter Punks und Popper. Diese Kulturen entstanden in einem Kontext hoher Jugendarbeitslosigkeit und gesellschaftlicher Umbrüche, die viele Jugendliche in ihrer Identität und ihrem Engagement beeinflussten. Das Jugendhaus bot den jungen Leuten damals zahlreiche Angebote, wie eine Autowerkstatt, ein Fotolabor, eine Holzwerkstatt und einen Töpferraum. Geschätzte 100 bis 200 Jugendliche besuchten das Jugendhaus regelmäßig, wo sie nicht nur Spaß hatten, sondern auch wichtige soziale Kompetenzen entwickelten.
Ein Revival der besonderen Art
Die Einladungen für das Revival wurden bereits am 24. Dezember 2025 per E-Mail verschickt. Um auf dem Laufenden zu bleiben, hatten die ehemaligen Stammgäste des Jugendhauses drei Möglichkeiten: Wer die E-Mail erhalten und registriert ist, kann sich einfach auf der Webseite einloggen, während andere, die eine E-Mail erhalten haben, sich registrieren müssen, um aktuelle Informationen zu bekommen. Für diejenigen, die keine E-Mail erhalten haben, steht ein Formular zur Gästelistenanmeldung zur Verfügung. Die Zielgruppe sind vor allem Stammgäste, die zwischen 1981 und 1989 regelmäßig das Jugendhaus besucht haben.
Die Veranstaltung wird als geschlossene Gesellschaft mit einer begrenzten Besucherzahl durchgeführt, um Sicherheitsrisiken zu minimieren. Eine Eingangskontrolle sorgt dafür, dass nur Personen auf der Gästeliste Zugang haben. Diese umfasst etwa 260 Personen, die sorgfältig ausgewählt wurden, um sicherzustellen, dass nur echte Stammgäste teilnehmen. Bei der letzten Veranstaltung gab es Probleme mit Unbekannten, die sich als Stammgäste ausgaben. Daher ist eine persönliche Schilderung zur Überprüfung der Identität erforderlich.
Gemeinsame Erinnerungen und ein großes Buffet
Das Revival wird als Potluck-Party gestaltet, bei der die Gäste Speisen für ein großes Buffet mitbringen, während die Getränke separat kosten. Alle überschüssigen Kosten werden an die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft gespendet, was eine schöne Möglichkeit ist, das Engagement der ehemaligen Besucher für das Jugendhaus zu honorieren. Gäste aus verschiedenen Städten, darunter Hamburg, Berlin und München, werden erwartet, was die Bedeutung dieses Treffens weiter unterstreicht.
In den 80er Jahren, als das Jugendhaus seine Blütezeit erlebte, waren die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt von Pessimismus und Zukunftsängsten. Die Jugendarbeitslosigkeit war hoch, und viele Jugendliche fühlten sich verloren. Doch manche rebellierten und schufen neue Identitäten durch Musik und Mode. Punks, die gegen Rassismus und Konsumgesellschaft kämpften, und Popper, die den Konsum feierten, prägten das Bild dieser Zeit. Dieser kulturelle Hintergrund wird sicherlich auch bei dem Revival eine Rolle spielen, während die ehemaligen Besucher in Erinnerungen schwelgen und alte Freundschaften auffrischen.
Das Revival im Jugendhaus Vaihingen verspricht also nicht nur ein unvergessliches Wiedersehen zu werden, sondern auch eine Rückkehr in eine Zeit, die viele junge Menschen nachhaltig geprägt hat. Die Feier wird ein lebendiges Zeugnis des Gemeinschaftsgeistes, der das Jugendhaus seit seiner Gründung ausmacht. Weitere Informationen zur Revivalparty finden Sie in den Stuttgarter Nachrichten. Für aktuelle Infos zur Gästeliste besuchen Sie bitte die Webseite des Jugendhauses. Die Erlebnisse und Erinnerungen, die dort geteilt werden, könnten nicht nur nostalgisch sein, sondern auch einen neuen Dialog über die Jugendkulturen der damaligen Zeit anstoßen, die in ihrer Vielfalt und Komplexität bis heute nachwirken.





