In Großbottwar, der Heimat von Paul Wien, hat die Politik eine persönliche Note. Wien, der im Stamm- und Gründungsland der FDP geboren und sozialisiert wurde, bringt eine interessante Perspektive in die politische Landschaft ein. Seine Eltern, Schreiner und Tischler, haben eine rot-grün orientierte politische Haltung, was Wien jedoch nicht davon abhält, sich aktiv bei der FDP zu engagieren. Er schätzt die soziale Marktwirtschaft und den Sozialstaat, ist jedoch auch offen für andere politische Ansichten. Dies ist besonders bemerkenswert, da er auf Listenplatz 44 steht und realistische Erwartungen an seine Chancen hat, in den Landtag einzuziehen, da die FDP etwa 30 Prozent der Stimmen benötigen würde.

Ein Presse-Termin fand kürzlich in einer Besenwirtschaft statt, die für Wien nicht nur ein Ort des Genusses ist, sondern auch der Basisdemokratie. Die Besenwirtschaft bietet eine hervorragende Gelegenheit, mit Menschen unterschiedlicher Hintergründe ins Gespräch zu kommen. Dies passt zu Wiems Vorliebe für Wein und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. So sind auch die Besenwirtschaften in der Region, wie das Fischerstüble, das 2024 sein 50-jähriges Bestehen feiert, ein wichtiger Teil der lokalen Kultur. Das Fischerstüble ist die älteste Besenwirtschaft im Bottwartal und wird seit drei Generationen von den Geschwistern Lisa Holz, Patric und Emily Lorenz geführt. Es wurde 1974 von deren Großeltern im ehemaligen Stall einer Gärtnerei eröffnet und bietet bis heute regionale Spezialitäten an.

Ein Ehrenamtlicher mit Herz

Wien ist nicht nur politisch aktiv, sondern engagiert sich auch in der Gemeinschaft. Seit 2019 ist er das einzige FDP-Mitglied im Gemeinderat von Großbottwar und hat sich intensiv an kommunalen Entscheidungen beteiligt. Er hofft auf eine Bahnanbindung für das Bottwartal, die nach 60 Jahren ohne Verkehrsanbindung die Infrastruktur verbessern würde. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des VfB Stuttgart Fanclubs „Red Schlupf“, der über 70 Mitglieder zählt, und Schriftführer bei der Senioreneinrichtung „Kleeblatt“. Wien sieht das Ehrenamt als einen unverzichtbaren Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft.

In Deutschland engagieren sich im Jahr 2024 fast 27 Millionen Menschen ehrenamtlich, was einen Rückgang von vier Millionen im Vergleich zu 2019 darstellt. Laut dem Freiwilligensurvey der Bundesregierung sind 37 Prozent der Bevölkerung ehrenamtlich tätig, wobei sich besonders 30- bis 49-Jährige aktiv einbringen. Wien ist ein Teil dieser engagierten Gemeinschaft, und sein Ehrenamt zeigt, wie wichtig gesellschaftliches Engagement für die Lebensqualität in der Region ist. Der Bereich Sport und Kultur sind nach wie vor die Hauptfelder für freiwilliges Engagement.

Wien hat bis zum 8. März noch viele Termine zu bewältigen, und das Fischerstüble bleibt ein beliebter Ort, um sich auszutauschen. Dort werden nicht nur regionale Köstlichkeiten, wie die frisch geräucherten Forellen aus den Schaubecker Teichen, angeboten, sondern auch traditionelle Rezepte, die von der Mutter übernommen wurden. Im Jubiläumsjahr wird die Familie Lorenz einen Euro pro bestelltem Flammkuchen an den Förderverein für krebskranke Kinder in Tübingen spenden, was bereits über 700 Euro einbrachte. Das nächste Besen-Treffen findet vom 19. bis 21. April 2024 statt, und im Juni wird das Fischerstüble an der Leistungsschau in Großbottwar teilnehmen.

Der Blick auf die lokale Politik und das ehrenamtliche Engagement von Paul Wien verdeutlicht, wie stark die Gemeinschaft in Großbottwar ist. Die Verbindung von regionalen Traditionen und modernem politischen Engagement ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens in dieser Stadt.